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Sonntag, 16. Mai 2010

Espressiert


Eine neue und raffinierte Geschäftsidee zieht seit Beginn letzter Woche neugierige Blicke der Studenten auf sich. Die mobile Espressobar "Espressiert" versorgt ab jetzt zur späten Mittagszeit kaffeesüchtige Studenten direkt am Zebrastreifen gegenüber der Zentralen Universitätsbibliothek. Wer die Treppenstufen zur Philosophischen Fakultät I steigt oder den Bus an der Haltestelle verlässt, kann das kleine dreirädrige Gefährt kaum verfehlen. Italienischer Flair kommt auf jeden Fall auf, wenn man sich dort einen Espresso bestellt, denn die 1,50 € sind ihr Geld wirklich wert - auch wenn die Kaffeebohnen aus Hessen kommen. Aber das außergewöhnliche Mischungsverhältnis sorgt für einen wunderbaren Geschmack, es gibt natürlich auch noch Cappuccino, Kaffee, Latte Macchiato, kleine Snacks wie Brownies und Gebäck. Panoramablick auf Würzburg und die Festung inklusive.

Nicht nur, dass die koffeinhaltigen Heißgetränke mehr Aroma und Geschmack enthalten als die Automaten-Instantbrühen der diversen Cafeten, wer sich nach der Schließung der Cafeteria oder Mensa noch nach etwas sehnt oder vor allem sonntags gerne seine Pause außerhalb der Zentralbibliothek mit einem frischen Kaffee füllen möchte, ist hier genau richtig. Der freundliche Barbetreiber erzählt gerne etwas über seine Idee und zeigt auch die Technik, die in dem kleinen Vehikel steckt; so thront auf dem Beifahrersitz ein Waschbecken inklusive Wasseraufbereitungsanlage. Wer dort also bald vorbeikommt, sollte den Kaffee einmal testen...es lohnt sich.

Aktuelle Lektüre: Andreas Franz: "Der Jäger"

Samstag, 9. Januar 2010

Fettes Jubiläum


Wir Deutschen haben den Döner oder die Currywurst, die Amis haben ihren Hamburger und die Franzosen ihren Croque Monsieur. Für die Engländer ist das Fast Food Nummer eins "Fish & Chips". Bereits Winston Churchill lobte dieses Essen, George Orwell schrieb darüber und meinte, dieses Essen sei nicht ganz unschuldig daran, dass die britische Revolution in die Hose gegangen ist, da durch dieses Nahrung die Briten milde gestimmt worden seien. 2010 wird dieses Gemisch aus Kartoffeln / Pommes und frittiertem Fisch 150 Jahre alt, 1860 soll ein jüdischer Emigrant zum ersten Mal die heute allseits beliebte Speise verkauft haben, damals noch in Zeitungspapier eingewickelt. Heute gibt es "Fish & Chips" in zahlreichen Variationen und Ausführungen und ist natürlich auch schon in Deutschland angekommen. "Fish & Chips" ist aber nicht nur eine Speise, sondern auch der Name einer Rockband aus dem südbadischen Raum. Schmeckt manchem vielleicht besser als das Gericht...die Briten jedenfalls freuen sich bestimmt über den Geburtstag und machen Stößchen mit ihrer Tasse Tee...

Aktuelle Lektüre: Andreas Franz: "Der Finger Gottes"

Montag, 2. November 2009

Nutella mal anders


Schon gewusst? Das Nutella in Deutschland und das Nutella in Frankreich unterscheiden sich voneinander und schmecken sogar leicht verschieden. Die ewige Diskussion, ob man jetzt "der" Nutella sagt, oder "das" Nutella, das sei mal dahingestellt. Hier in Frankreich hat man sich übrigens auf "la" Nutella geeinigt, schließlich muss auf sprachlicher Ebene alles seine Ordnung haben. Aber zurück zum Thema. Während in Deutschland das Nutella sehr streichfest ist (man könnte in Messer hineinstecken und es würde nicht umfallen) und es deshalb zu einer der Todsünden gehört, es in den Kühlschrank zu stellen, da es sonst steinhart ist, ist das Nutella in Frankreich unglaublich cremig und weich. Nutella Deutschland weist mehr Kakaogehalt auf, während Nutella Frankreich ein bisschen mehr Milch und Schokobutter enthält. Nutella Frankreich gleicht wirklich einer Creme und tropft sogar vom Messer. Warum nur dieser große Unterschied? Der erklärt sich ziemlich leicht: würde man ein deutsches Nutella auf ein französisches Stück Brot streichen, würde man das Baguettestückchen wohl in kleine Stücke zerreißen, denn bekanntlicherweise ist das französische Weißbrot unglaublich weich. Da muss eben ein weicheres Nutella her! Und, ehrlich gesagt, besser schmecken tut es auch ein bisschen, wenn auch nur minimal...

Aktuelle Lektüre: George Sand: "La Mare au Diable"

Samstag, 31. Oktober 2009

Hat's geschmeckt?

Kochshows gibt es schon ewig und sie wollen uns nicht in Ruhe lassen. Alfred Biolek kochte bereits mit zahlreichen Promis, die Kochprofis zeigen unfähigen Gastronomen gerne, wie man richtig und hygienisch Essen zubereitet und dass man das Fett in der Fritteuse auch mal wechseln muss, Jamie Oliver, Alfons Schubeck und Tim Mälzer kochen sich durch das Fernsehprogramm, bei Kerner versucht man auch gerne einmal, sich ein Menü zu zaubern oder die Promiköche bewundern in Shows oder Fernsehmagazinen auch gerne einmal die gekochten und gebackenen Speisen der Normalverbraucher, bloß um dann noch ihren eigenen Senf dazuzugeben oder auf gekonnte Art zu sagen, dass es nicht schmeckt. Dass man den Spieß auch einmal umdrehen kann, zeigt dieser lustige Clip, in dem es um eine witzige und unvorhersehbare Panne bei Tim Mälzers Live-Kochshow geht.



Warum nicht einfach lieber selbst kochen und auf eigene Schnauze loslegen? Infos dazu gibt es genug, etwa auf dem unglaublich gut gestalteten Blog "Our Kitchen", der einem bereits beim Anblick der tollen Fotos einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Wer keine Lust hat, sich mit englischen Rezepten herum zu schlagen und auch wissen will, wie leicht oder wie einfach durchzuführen bestimmte Anleitungen sind, dem seien die Plattformen "Chefkoch" oder "Kochbar" empfohlen. Das hebt eindeutig den Spaßfaktor...

Aktuelle Lektüre: George Sand: "La Mare au Diable"

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Das Geheimnis um das Sot-l'y-laisse


Wieder einmal bietet die französische Küche einige Überraschungen, so heute geschehen in der Kantine am Lycée. Wer wüsste denn von den Deutschen wohl auf Anhieb, was das "Sot-l'y-laisse" ist? Ich hätte es jedenfalls nicht gekannt, hätte ich zufällig nicht in den letzten Tagen eine der lustigen Folgen von der deutsch-französischen Sendung "Karambolage" angeschaut, die auf arte kommt und spannende und witzige Informationen über die beiden Länder liefert. So eben auch über besagte Speise. Hinter diesem besonderen Namen verbirgt sich nämlich ein besonderer Teil beim Hähnchen, nämlich ein Fleischstück aus der Schulterpartie. Auf Deutsch nennt man es auch "Pfaffenschnittchen" oder einfach nur Hähnchenfilet. Erfahrungsgemäß schmeißen die Deutschen aber das "Sot-l'y-laisse" in den Mülleimer und schneiden es gar nicht heraus. In Frankreich gönnt sich meist der in der Küche schuftende Koch beim Zerteilen des Hühnchens dieses besondere Stück Fleisch, das sehr zart und lecker ist. Wörtlich übersetzt bedeutet übrigens "Sot-l'y-laisse" in etwa "Ein Narr, wer es sein lässt", also, wer das Fleisch nicht isst, ist selbst schuld. Na dann guten Appetit!

Aktuelle Lektüre: Michael Kobr / Volker Klüpfel: "Erntedank - Kluftingers zweiter Fall"