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Samstag, 25. Dezember 2010

"Die lustigen Weiber von Windsor" in der Werkstattbühne Würzburg


Sir John Falstaff hat nicht mehr viel zu lachen, seid die beiden Damen Ford und Page sein billiges Spiel durchschaut haben – beide erhielten von ihm vollkommen identische Liebesbriefe und beschließen nun, sich an Falstaff zu rächen. Zur Seite stehen ihnen dabei die gewitzte Wirtin aus Falstaffs Lieblingsschänke und ein beflissenes Dienstmädchen, das aus dem ganzen Trubel auch noch eigenen Profit zu ziehen weiß.


Doch damit nicht genug, es gibt noch einen weiteren Handlungsstrang: die kleine Anne Page sieht sich vor drei verschiedene Liebhaber gestellt, die sie umwerben und ihre Meinung stimmt auch leider nicht mit der ihrer Eltern überein. Kann sie letztendlich den mittellosen Fenton als Ehemann gewinnen?


Die Motive sind keine neuen typisch Shakespeare eben: Liebe, List, Eifersucht, Geliebtseinwollen, Schadenfreude…und wie so oft durchschauen die einfachen Diener und das Gesindel das Spiel zuerst, Liebespaare, die zusammen gehören, finden sich natürlich auch und die Männer bleiben letztendlich die Gehörnten, an der Nase herumgeführt von ihren pfiffigen Gattinnen. Wieso dann überhaupt noch anschauen?


Eben weil es so viel Spaß macht, bei diesem Reigen zuzusehen und weil das stimmige Ensemble der Werkstattbühne einhellig die Spielfreude in den Publikumsraum hinüberwandern lässt. Das „Weiberduo“ Dagmar Schmauß und Ulla Seebode spielt sich wunderbar die Bälle zu und ihr Gelächter scheint mehr als nur gespielt zu sein, wenn sie wieder einmal Wolfgang Stenglin als Falstaff, ausgestattet mit hübscher Perücke und stets vergeblich bemüht, sich aus dem Schlamassel zu retten, in die Irre führen. Doch auch die Nebenfiguren brillieren, wie etwa Christof Stein als Simpel, Tobias Illing als herrlich affektierter französischer Doktor oder Stephan Ladnar, der dem walisischen Pfarrer überzeugend Leben einhaucht. Auch Maria Papadimitrou in der Rolle des Dienstmädchens oder Cornelia Wagner als hübsch burlesk gekleidete Wirtin verleihen dem Schabernack ein sympathisches Gesicht.


Der Truppe ist ein buntes Verwirrspiel gelungen, in dem sich alle miteinander verstricken, mitmischen, profitieren oder leer ausgehen und am Ende löst sich doch alles zum Guten. Shakespeare funktioniert auch dieses Mal – sogar in einem kleinen engen Keller mit bescheidenem Bühnenbild und wenig Requisiten. Die sind auch gar nicht nötig, denn die Figuren nehmen sich den Platz, der noch da ist und das mit vollem Recht.

Das Stück läuft noch bis zum 22. Januar immer Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag. Danach ist die „Offene Zweierbeziehung“ von Dario Fo zu sehen.


Aktuelle Lektüre: Reif Larsen: "Die Karte meiner Träume"


Sonntag, 30. Mai 2010

"Von Mäusen und Menschen" im Mainfrankentheater

Mit "Früchte des Zorns" verschaffte er sich endgültig einen Namen und gewann 1940 den Pulitzer-Preis, in den 60er Jahren folgte der Nobelpreis für Literatur. Er zählt zu den größten amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Die Rede ist von John Steinbeck. Basierend auf seiner Novelle "Von Mäusen und Menschen" wurde eine Bühnenfassung erarbeitet, die derzeit im Mainfrankentheater zu sehen ist. Eine tolle, sehenswerte und sehr gelungene Produktion kurz vor der Sommerpause, die man sich noch anschauen sollte.

Das Stück behandelt auf sehr kritsche Weise die Idee des "American Dream". Wie so viele träumen auch die beiden Wanderarbeiter George und Lennie davon, sich irgendwann einmal mit angespartem Geld auf einem eigenen Stück Land niederlassen zu können. Doch die Realität auf den Farmen und der harte Arbeitsalltag rücken diesen Traum in kaum erreichbare Ferne, zudem hat Lennie noch ein ganz anderes Problem: er ist geistig zurückgeblieben, dafür aber bärenstark, weiß aber nur leider nicht mit dieser Kraft umzugehen. So zerquetscht er ausversehen Mäuse, wenn er sie streicheln will, weil er alles mag, was samtig und weich ist und diese ausgeprägte Vorliebe sorgte auch dafür, dass er und George von der letzten Farm flüchten mussten, weil die Frau des Farmbesitzers dachte, Lennie wolle sie vergewaltigen - derweil wollte er nur ihr Kleid anfassen.
George und Lennie kommen an eine neue Farm, die unter Fuchtel des Juniorchefs Curley steht. Curleys Frau treibt sich ständig in der Baracke herum, sucht das Gespräch, braucht "einfach mal jemandem zum Reden", sie selbst bleibt allein in dieser Männerwelt. Auch ihr Haar ist sehr weich und Lennie interessiert sich bald für sie...
Eintönig und hart ist die Arbeitswelt auf der Farm. Auf Rumhängen folgt Arbeiten, gefolgt von Rumhängen. Puffbesuche am Wochenende, Kartenspielen sind die seltenen Höhepunkte. Diese Tristesse spiegelt sich auch im Bühnebild wieder - eine drehbare Scheune, schlicht, farblos, kahl und unfreundlich. Man muss viel ertragen und einstecken können, braucht eine dicke Haut und starke Ellenbogen. So jemand wie Lennie ist da Fehl am Platz. Wer schwach ist, oder anders, zum Beispiel auch aufgrund seiner Hautfarbe, wird zum Außenseiter und von den anderen gemieden. Gefühle oder Zuneigung sind fehl am Platz, das muss Maria Vogt als Frau des Chefs sich sehr bald eingestehen und Träume zu haben, ist ohnehin Zeitverschwendung. Das erkennt ausgerechnet der schwarze Außenseiter Crooks (toll: Issaka Zoungrana), der, getrennt von den anderen, im Stall übernachten muss, unter seinem Fenster den Misthaufen.


Klaus Müller-Beck mimt den tapsigen Lennie, der wie ein großes Kind wirkt, brilliant und sehr überzeugend - die Hände kneten stets den Saum des Hemds, unruhiges Hin- und Herwiegen, Finger in die Ohren, wenn es laut wird. Eine grandiose und sicherlich keineswegs einfache Leistung, die einen großen Teil des Stücks trägt. Auch Christian Manuel Oilveira gibt den zurückgebliebenen und verstümmelten Candy glaubwürdig, ohne jemals zu überziehen. Georg Zeies erträgt als George die Eigenarten Lennies auf eine ruppige, bisweilen cholerische, aber doch fürsorgliche Weise und nimmt den großen Tölpel auch in Schutz, wenn es sein muss.

Obwohl das Stück schon zahlreiche Jahre alt ist, hat Regisseur Christoph Diem der Produktion einen zeitlosen und aktuellen Charakter verliehen, der bewegt und beschäftigt, nicht zuletzt der Schluss des Stücks geht auch dank der Leistung der Schauspieler unter die Haut und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Sollte man nicht verpassen.

Aktuelle Lektüre: Friedrich Dürrenmatt: "Der Richter und sein Henker"

Quelle der Bilder: Homepage Mainfankentheater

Herr Pfeffer sorgt für Geschmack...


Ein kleiner aber feiner Laden hat vor einiger Zeit seine Türen in Würzburg geöffnet und freut sich jetzt auf zahlreiche neugierige Besucher. Wer am Vierröhrenbrunnen auf seine Freunde wartet, die sich dann doch noch um eine Viertelstunde verspäten, oder nicht weiß, wo er nette und ausgefallene Geschenk-, Deko- oder Bekleidungsideen finden kann, sollte dort unbedingt einmal vorbeischauen. Vor dem Wöhrl stehend wende man sich nach links, gehe rechts an der Bank vorbei in die kleine Gasse und folge dem kurvigen Verlauf, nach ein paar Schritten ist man schon da und kann in "Herr Pfeffer" ein bisschen stöbern.

Öfters einmal vorbeizuschauen, lohnt sich übrigens, denn das Sortiment wechselt regelmäßig. Jungen Designern soll mit dieser pfiffigen Geschäftsidee eine Plattform geboten werden, ihre Entwürfe zur Schau zu stellen und zu verkaufen. Nach spätestens 3 Monaten müssen sie ihre Sachen wieder mitnehmen und Platz für andere Nachwuchskünstler machen. Von Bandshirts über Kühlschrankmagneten, Stickern, Bildern, ausgefallenen Taschen und kleinen Bags, nettem Hingucker-Nippes, Schuhen oder einem Gürtel mit wechselbarer Schnalle gibt es kreatives, inspirierendes und individuelles Zeug zu erstehen - gleichzeitig unterstützt man damit junge Talente. Ein Klick auf die erfrischende und übersichtliche Homepage lohnt sich.

Öffnungszeiten:
Montags und Dienstags: 13 Uhr bis 19 Uhr, Donnerstag und Freitags: 11 Uhr bis 19 Uhr, Samstags: 11 Uhr bis 17 Uhr. Mittwoch ist Ruhetag.

Aktuelle Lektüre: Friedrich Dürrenmatt: "Der Richter und sein Henker"

Sonntag, 16. Mai 2010

Espressiert


Eine neue und raffinierte Geschäftsidee zieht seit Beginn letzter Woche neugierige Blicke der Studenten auf sich. Die mobile Espressobar "Espressiert" versorgt ab jetzt zur späten Mittagszeit kaffeesüchtige Studenten direkt am Zebrastreifen gegenüber der Zentralen Universitätsbibliothek. Wer die Treppenstufen zur Philosophischen Fakultät I steigt oder den Bus an der Haltestelle verlässt, kann das kleine dreirädrige Gefährt kaum verfehlen. Italienischer Flair kommt auf jeden Fall auf, wenn man sich dort einen Espresso bestellt, denn die 1,50 € sind ihr Geld wirklich wert - auch wenn die Kaffeebohnen aus Hessen kommen. Aber das außergewöhnliche Mischungsverhältnis sorgt für einen wunderbaren Geschmack, es gibt natürlich auch noch Cappuccino, Kaffee, Latte Macchiato, kleine Snacks wie Brownies und Gebäck. Panoramablick auf Würzburg und die Festung inklusive.

Nicht nur, dass die koffeinhaltigen Heißgetränke mehr Aroma und Geschmack enthalten als die Automaten-Instantbrühen der diversen Cafeten, wer sich nach der Schließung der Cafeteria oder Mensa noch nach etwas sehnt oder vor allem sonntags gerne seine Pause außerhalb der Zentralbibliothek mit einem frischen Kaffee füllen möchte, ist hier genau richtig. Der freundliche Barbetreiber erzählt gerne etwas über seine Idee und zeigt auch die Technik, die in dem kleinen Vehikel steckt; so thront auf dem Beifahrersitz ein Waschbecken inklusive Wasseraufbereitungsanlage. Wer dort also bald vorbeikommt, sollte den Kaffee einmal testen...es lohnt sich.

Aktuelle Lektüre: Andreas Franz: "Der Jäger"

Sonntag, 18. April 2010

"Love Jogging" im Chambinzky


Hilary scheint sichtlich erleichtert, dass ihr Mann Brian endlich einmal etwas für seine Fitness tut. Im knallroten Jogginganzug macht er sich jeden Mittwoch auf, um draußen seine Runden zu drehen. Was Hilary daran freut, ist aber nicht unbedingt die Tatsache, dass bei ihrem Mann vielleicht bald die Pfunde purzeln könnten, sondern der schöne Nebeneffekt, dass sie Brian für einige Stunden los ist. Denn wenn Brian mittwochs außer Haus ist, vergnügt sich dessen Freund George heimlich mit Brians Ehefrau Hilary. Aber Brian geht auch nicht wirklich joggen. In Wirklichkeit trifft er sich in Georges Wohnung mit seiner Geliebten Wendy und denkt, George sei in dieser Zeit beim Dartspielen in der "Goldenen Unke". Das prekäre Wechselspiel scheint reibungslos zu funktionieren, bis zu dem Tag, an dem Georges Ehefrau Jessica unerwartet früher von einer Geschäftsreise zurückkommt und Brian und Wendy in ihrer Wohnung vorfindet. Brian gerät in Erklärungsnot und damit nimmt das Unglück seinen Lauf...

Die Komödie von Derek Benfield mischt typische Slapstick-Elemente mit zahlreichem Wortwitz und liefert ein lustiges Verwirrspiel, in dem sich die Charaktere immer tiefer in ihren Ausreden und Heimlichtuereien verstricken. Das das nicht gut gehen kann, ist natürlich klar und dementsprechend hat das Publikum viel zu lachen.
Zwar braucht es am Anfang ein bisschen, bis das Spiel endgültig Fahrt aufnimmt, doch die ersten Minuten sind eben nötig, um die nötigen Informationen zu liefern und die Verhältnisse und Gegebenheiten zu klären. Einmal in Schwung gekommen, gibt es jedoch kein Zurück mehr.

Manfred Plagens inszenierte diesen flotten Schabernack, der derzeit am Chambinzky noch bis zum achten Mai zu sehen ist, zusammen mit einem stimmigen und harmonierenden Team, das der Verwechselposse die nötige Schärfe zu verleihen weiß. Die immer wieder gern gesehenen Chambinzky-Stammgäste Wolfgang Stenglin als Brian, der sich ständig neu erklären muss und in seiner köstlichen Hektik nur noch tiefer in den Schlamassel begibt sowie Dagmar Schmauß als selbstbewusste und direkte Jessica, die durch ihre Fragenstellerei und ihre offensive Art sowohl George als auch Brian das Leben schwer macht, bringen den ganzen Zirkus ordentlich in Schwung, in dem sich Siegfried Krockert als penibler und leicht ungeschickter George behaupten muss. Für einige Lacher sorgt sein Drang, seine Kleidungsstücke immer wieder säuberlich ordnen zu müssen sowie seine hilflosen Versuche, angesichts neuer Probleme nicht wieder in Panik auszubrechen - herrlich. Silke Weller gibt mit sichlichtem Spaß eine leicht hämische und sarkastische Hilary, die in all dem Trubel stets ihr diebisches Lächeln bewahrt und durch spitzfindige Kommentare zu bespaßen weiß. Michelle Küster macht als Wendy, die unversehens Teil der Scharade wird und plötzlich als Krankenschwester augegeben werden muss, souverän die Truppe komplett.

Es gibt noch Karten. Und es lohnt sich durchaus, an einer der noch ausstehenden Vorstellungen vorbeizujoggen und die freien Plätze zu füllen. Hobbyköche können mit dem Programmheft ein Rezept für Schottisches Ochsenschwanzragout mit nach Hause nehmen. Was dieses Essen mit dem Stück zu tun hat, sollten neugierige Besucher selbst herausfinden...

Aktuelle Lektüre: Johann Wolfgang von Goethe: "Die Wahlverwandtschaften"

Montag, 28. Dezember 2009

"Die Orestie" im Mainfrankentheater

Mit "Die Orestie" von Aischylos hat das Mainfrankentheater Würzburg ein unglaublich beeindruckendes und faszinierendes Mammutprojekt auf die Bühne gestemmt, das man in dieser Form wohl selten zu Gesicht bekommt. Uralt ist der Stoff dieser Tragödientrilogie, aber noch immer packend, ergreifend und bewegend. 458 vor Christus gewann Aischylos mit seinem Werk einen Dramen-Wettbewerb und wir dürfen uns glücklich schätzen, dieses Werk noch heute zu haben, denn es ist die einzige noch komplett erhaltene Trilogie.


Das Mainfrankentheater hat alle drei Teile dieses beachtlichen Werkes gezeigt, jeder Teil wurde dabei von einem anderen Regisseur betreut. Fast das komplette Ensemble war an dieser Produktion beteiligt, nebenbei noch etwa 70 Würzburgerinnen und Würzburger, die den Bürgerchor darstellten - eine schöne Geste, denn, wie Intendant Hermann Schneider gestern noch auf der Bühne betonte, ein Theater gehört schließlich auch der Stadt und damit den Bürgern und das Stück bot eine tolle Gelegenheit, die Bürger nicht nur im Zuschauerraum, sondern auch auf der Bühne zu versammeln. Dass im Vorfeld gemeinsam intensiv geprobt und an der Gruppendynamik gearbeitet wurde, bewiesen die Würzburger dann auch auf ganzer Länge und verliehen dem Stück damit eine ganz besondere Kraft. Überregionale Medien hielten es wohl nicht für nötig, von diesem tollen Projekt zu berichten und natürlich gab es wieder die üblichen Nörgler. Für Würzburg eben nichts Neues.


Dass eine Aufführungsdauer von fünf Stunden keineswegs abschreckt, bewies gestern das volle Mainfrankentheater an der letzten von insgesamt 17 Vorstellungen. Während Stephan Suschke im ersten, düsteren und leicht bedrückenden Teil "Agamemnon" eher auf statisches Spiel mit grotesken und überzogenen Gesten setzt, um das Gewicht der Worte in den Vordergrund zu stellen, geht es im von Schauspieldirektor Bernhard Stengele inszenierten zweiten Teil "Die Choephoren" sehr dynamisch und lebendig zu, nicht zuletzt durch den sehr großen Chor der Frauen, angeführt von Anna Sjöström. Stengele hat ohnehin ein Händchen für freche Details, Dynamik und Frische, wie er schon oft bewiesen hat. Im dritten Teil, "Die Eumeniden" kommt es dann zum großen Showdown vor dem Göttergericht, Athene und Apollon führen Orest durch den Prozess.

Allesamt waren sie gut, allesamt haben sie sichtbar ihr Bestes gegeben und das, obwohl vorher angekündigt worden war, dass drei Schauspieler gesundheitlich angeschlagen waren - davon war jedenfalls nichts zu merken. Besonders beeindruckend gab Maria Brendel die Klytaimnestra, die schon alleine durch ihre wunderbar rauchige Stimme, ihre ausdrucksstarke Mimik und sorgsam gewählte Betonungen den alten antiken Versen die nötige Gewalt zu verleihen wusste, Christian Manuel Oliveira als Orestes war ein wahres Energiepaket und zeigte, was in ihm steckte. Anna Sjöström, die auch den vierten Teil, ein anschließendes Satyrspiel als Regisseurin betreute, wusste als Chorführerin durch Körpersprache und Gestik ihren Worten Gehalt zu verleihen und Kai Markus Brecklinghaus als Chorführer und als Apollon zeigte zwei schön gegensätzliche Rollen - den Krieger, der die Last der langen Schlachten auf den Schultern trägt und den verschmitzten, goldenen Gott Apollon. Edith Abels gab mit verschmitztem Lächeln und ernster Tragweite die Athene. Schön ist auch die Tatsache, dass Anne Diemer nun festes Ensemblemitglied ist, eine neue ausdrucksstarke und facettenreiche Frau schadet dem Mainfrankentheater Würzburg keineswegs.

Ein Stück, dass sich wirklich gelohnt hat, das begeistert und gefesselt hat. Eine tolle Idee jedenfalls, sich mit Mut an so eine große Aufgabe zu wagen und sie dann so zu meistern, wie in Würzburg. Mehr davon...!

Übrigens: das Mainfrankentheater (von dessen Homepage auch die beiden Bilder sind) hat jetzt auch einen eigenen Channel auf youtube. Lohnt sich. Und spricht vielleicht auch mal die jungen Leute an, um den Zuschauerraum ein wenig zu entgreisen ;)

Aktuelle Lektüre: Marcel Reich-Ranicki: "Mein Leben"

Dienstag, 17. November 2009

Würzburg brennt

(Quelle: Bayerischer Rundfunk)

Seit einigen Tagen gibt es an der Universität Würzburg mächtig Aufruhr: gegen Mitte letzter Woche besetzten zahlreiche Studenten das Auditorium Maximum in dem Gebäude der Sanderuni unten in der Stadt. Eine dort geplante Mathematikvorlesung fiel beinahe aus und es kam zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Studenten, die die Vorlesung hören wollten, den Besetzern und den Dozenten. Mit dieser Aktion hat sich die Uni Würzburg dem Bildungsstreik angeschlossen, der derzeit wie eine Welle durch Deutschland schwappt. Vor einigen Wochen hatten bereits Studenten der Universität Wien das Audimax besetzt, was schnell über Internetforen und diverse Kommunikationsmöglichkeiten wie twitter die Runde machte. Schnell folgten Unis in Münster, Paderborn, Heidelberg und auch Würzburg. Bundesweit sind bereits 20 Hochschulen besetzt, in Bayern sind es unter anderem Regensburg, Erlangen, Coburg, Augsburg, Bayreuth und Passau. Die Studenten wollen vor allem auf herrschende Missstände an der Bildungspolitik und speziell an ihren Unis aufmerksam machen, fordern die Abschaffung von Studiengebühren und weisen auf die schlecht überschaubaren Regelungen des neu eingeführten Bachelor- & Mastersystems hin.

Am gestrigen Montag um 18 Uhr sollte auf einem Plenum beschlossen werden, wie es nun weitergehen soll. Eine Räumung des Audimax ist aber bisher noch nicht vorgesehen, Raum für Austausch und Diskussion wird aber stets geboten. Die Aktionen sorgten bereits für Medieninteresse, das Bayerische Fernsehen berichtete aus dem Hörsaal der Uni Würzburg, die tagesschau zeigte am 12. November einen kurzen Ausschnitt und mittlerweile haben die Besetzer des Audimax auch einen eigenen Blog ins Leben gerufen, auf dem sich regelmäßig neue Informationen zur weiteren Vorgehensweise, zum morgigen Aktionstag oder zu den Forderungen der Besetzer abrufen lassen.

Für den 1. Dezember ist eine große Demonstration geplant, die Proteste und Streiks sollen noch mindestens bis zu diesem Datum weitergehen. Auch oben in der Hubland-Mensa soll mit Transparenten und Plakaten auf die momentane Lage aufmerksam gemacht werden. Wie viele Demonstranten sich am ersten Dezember in Würzburg einfinden werden, wird sich zeigen. Um ein markantes Zeichen zu setzen bedarf es jedenfalls mehr als die geringe Zahl der Besetzer, die ebenfalls sicherlich für jede helfende Hand dankbar sind.

Weitere Informationen und Seiten:

- der Blog aus dem Audimax: "Würzburg brennt!"
- Bericht zu den Protesten vom Bayerischen Fernsehen
- "unsereunis" - Aufruf zum europaweiten Bildungsstreik und News aus den anderen Unis.

Aktuelle Lektüre: Marlen Haushofer: "Die Wand"

Freitag, 13. November 2009

Wirb oder stirb! - Die Werberevue in Würzburg

Werbung begegnet uns täglich. Sei es im Fernsehen, im Radio, auf Plakaten und in Zeitschriften. Oft empfinden wir sie als lästig, zappen gerne weg, wenn die Lieblingsserie mal wieder unterbrochen wird, damit Herr Gottschalk wieder seine Goldbären anpreisen kann. Doch Werbung kann auch toll sein, faszinierend, witzig, kreativ - wer ein wenig nachdenkt, dem werden sicherlich noch einige Werbespots von früher einfallen, die sich durch ihre Originalität ins Gedächtnis gebrannt haben. Die meinige Generation kann sich sicherlich noch an die erste legendäre Axe-Werbung erinnern, in der ein Eunuch plötzlich zum gestandenen Mannsbild mutiert, oder an Gottschalks HARIBO-Spots, den Melitta-Mann oder an die "Ace"-milde-Bleiche-Tante, die stets altklug und belehrend von den Vorzügen dieses Waschmittels sprach.


Doch Werbung auf der Bühne? Eher ungewöhnlich und selten zu finden. Dies dachten sich auch Cornelia Wagner und Dagmar Schmauß und stellten eine Werberevue zusammen, die sie jetzt im Bechtholsheimer Hof in Würzburg zusammen mit dem Omega-Theater präsentieren. Hier erwachen Meister Proper, der Ültje-Mann und der Hustinettenbär wieder zum Leben und bekannte Jingles wie "Like Ice in the Sunshine" oder das beliebte Becks-"Sail away" wetteifern um den besten Ohrwurm. Die älteren Generationen können in Nostalgie schwelgen, während die jüngeren sicherlich ein paar neue Entdeckungen machen werden, was sich denn alles so ins Gedächtnis gebrannt hat. Das wird sicherlich ein heiterer, begeisternder und lustiger Abend, den man sich aufgrund seiner originellen Idee und dem vielversprechenden, witzigen Plakat auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

Premiere ist morgen, am 14. November um 20 Uhr, weitere Termine sind am 15. / 17. / 18. / 19. / 20. / 21. / 23./ 24. und am 25. November jeweils um 20 Uhr.

Aktuelle Lektüre: Marlen Haushofer: "Die Wand"

Donnerstag, 24. September 2009

"Maria Stuart" in der werkstattbühne Würzburg


Schillers "Maria Stuart" in der Kammer? Geht das denn? Ja, es geht, beweisen derzeit Regisseur Hermann Drexler und seine Truppe in der werkstattbühne Würzburg. Auf kleinem Raum und für die Zuschauer in den Reihen des engen Kellergewölbes fast zum Greifen nah wird der berühmte Stoff um den Konflikt der beiden englischen Königinnen Maria Stuart und Elisabeth von England in einer sehr sehenswerten Inszenierung gezeigt. Ordentlich zusammengestrichen, mit einer minimalen Anzahl an Requisiten und Kulissen, dafür aber mit einem gut und passend besetzten Ensemble kann das Stück, modern aufgepeppt aber glücklicherweise nicht pseudo-zeitgemäß umgesetzt, durch originelle Einfälle und Interpretationen begeistern. Noch eben tanzt Maria Stuart unbefreit auf dem Bürostuhl, einem der wichtigsten Elemente der Bühne, Fesselort für Maria zum einen, Thron für Elisabeth zum anderen, da wird sie überwältigt und auf den Stuhl gefesselt. Zusammen mit Mortimer und dem später eingeweihten Graf von Leceister beginnt Maria, um ihre Unschuld und ihr Leben zu kämpfen. Angela Leupold als Maria und Bettina v. Hindte als Elisabeth ergeben nicht nur rein optisch bereits ein sehr interessantes Gegensatzpaar an Königinnen, sondern auch stimmlich und schauspielerisch, wobei jede auf ihre eigene Art zu überzeugen weiß. Bernd Stollberger gibt den am Ende scheiternden Mortimer sehr emotional und ergreifend, Patrick Obrusnik und Stephan Ladnar liefern ein stimmiges, aber facettenreiches und sehenswertes Bild der männlichen Hauptfiguren. Wie jeder weiß, kann Maria Stuart nichts mehr retten. Am Ende bleibt eine um Fassung ringende Elisabeth, die auf einmal ganz alleine in ihrem Büro steht...Schiller mal als Thriller - noch bis 21. November in der Werkstattbühne.

Aktuelle Lektüre: Stieg Larsson: "Vergebung"

Samstag, 27. Juni 2009

Umsonst und Draußen Würzburg 2009 - Ein Rückblick

Bunt, interessant, voll, stimmig, schön, ansteckend, begeisternd, mitreißend und ausgefallen - um nur einige Adjektive zu nennen - war es dieses Jahr wieder beim allseits beliebten "Umsonst & Draußen" auf den Mainwiesen Würzburgs. Vor allem das Wetter hat dieses Mal prima mitgemacht, es gab wieder einiges zu erleben und entdecken und auch am Konzept hatten sich einige kleine Dinge geändert. So gab es dieses Mal eine "Draußen"-Bühne mit Stehfläche für die Zuhörer unter freiem Himmel und eine "Drinnen"-Bühne am anderen Ende des Festgeländes, die sich in einem Zelt befand, wohl um eventuellen Wetterzickereien vorzubeugen. Die Veranstalter hatten wieder unglaublich gute Bands eingeladen und so fiel es oft schwer, sich für eine der Bühnen zu entscheiden, aber dank der zeitlichen Versetzung konnte man wenigstens von jeder Band ein bisschen mitbekommen und im Zeitalter des web 2.0 kann man sich im Anschluss auch noch daheim auf den diversen myspace-Seiten über die Bands und Solokünstler informieren. Neben dem Erkunden der diversen Aktionsstände (lustige bewegliche Sessel von Ikea inklusive Riesenjenga oder zahlreiche Schmuck- und Acessoires-Stände) konnte auch wieder Espresso getestet und so "ganz nebenbei" eine renommierte Fotoausstellung aus Portugal bewundert werden. Nicht nur Musik, sondern auch Kleinkunst stand im Vordergrund, vertreten beim sonntäglichen "Poetry Slam" oder auf dem Wort-Weg, auf dem einige Dichter und Poeten ihre Werke präsentierten. Besonders schön fand ich folgendes von Anja Kruse:

kommt.
geht noch mal raus.

(raucht noch)
kommt wieder rein.
verschränkt die Arme.
kommt morgen wieder.
Sense vergessen.

Die ganzen Dinge, Aktionen, Essen, Getränke, Stände und Bands, die es überall zu entdecken gab, können alle gar nicht genannt werden, aber ein kleiner Abriss soll (im Sinne der Veranstalter, die es gut finden, wenn Blogger darüber berichten) zeigen, was amFreitag und Samstag abends so alles geboten war und denjenigen, die nicht dort waren, zeigen, dass sie selbst schuld sind.

Freitag

"Aloha from Hell" heizten so richtig ein auf der "Draußen"-Bühne und empfingen die von der Talavera kommenden Besucher entsprechend mit lauten Tönen und einer rockigen Stimmung. Die jungen Bandmitglieder sind zwar noch nicht allzu lange volljährig, zeigten aber mit erfrischender Power und professioneller Perfomance, was sie drauf haben. In den letzten Monaten legte die junge Band aus dem benachbarten Aschaffenburg einen kleinen Karrierestart hin und ist auch über die deutschen Grenzen hinaus bekannt. Kurz darauf gab es richtige Stimmung mit der Elektroband "Frittenbude" auf der "Drinnen"-Bühne. "Frittenbude" sind hier in Würzburg schon gut bekannt und waren auch schon mal im "akw!" und sorgten mit ihren deftigen Tönen, die stellenweise ein wenig an "Deichkind" erinnern, für einen deutlich spürbaren Temperaturanstieg im Zelt und bis in die letzte Reihe wurde gehüpft und getanzt. Stimmungsmäßig waren die eindeutig die Gewinner des Freitags. Weiter ging es wieder auf der "Draußen"-Bühne mit einer Coverband von AC/DC namens "Bon's Balls". Die waren jetzt zwar nicht so nach meinem Geschmack, fanden aber bei den Zuhören wahrscheinlich vor allem wegen der bereits bekannten Musik der berühmten Rockband ihre Fans. Von "Highway to Hell" bis "Hells Bells" war sehr viel Bekanntes dabei und die Würzburger Coverband stand den echten Jungs von AC/DC in nichts nach, die klangen wirklich schon täuschend echt. Sehr schade war, dass die Vocalgruppe "Fuenf" wegen Krankheit eines Bandmitglieds ausfallen musste, denn in den letzten Jahren hatte sich ja gezeigt, dass auch A-Capella und Vocal sehr gut ankommt, vor allem, wenn das Publikum ein wenig animiert wird. Glücklicherweise fand sich ein würdiger Ersatz, an der sich jedoch immer wieder die Geister spalten: Johanna Zeul. Die junge Künstlerin war schon letztes Jahr in Würzburg als Vorband von "Fettes Brot" gewesen und wurde dort von der Menge völlig zu Unrecht ausgebuht, auch beim "U&D" gab es zwar keine Pfiffe, aber die Leute vor der Bühne waren eher ausgedünnt. Johanna Zeul hat eindeutig einen Knall, das lässt sich nicht abstreiten, aber den braucht sie auch für ihre unheimlich frische und freche Perfomance. Ganz allein mit ihrer Gitarre füllte sie die Bühne aus und schmetterte ihre deutschen Songs in Mikrofon. Sie erinnert ein wenig an eine Mischung aus der Musik von "Wir sind Helden" und der Bewegung Neue Deutsche Welle, doch ihre Texte sind keineswegs angestaubt, sondern gehen ins Ohr und ermuntern zum Mitsingen.

Samstag

Der Samstag trumpfte noch einmal kräftig auf und stand dem Eröffnungstag in Sachen Qualität in nichts nach. Auch internationale Gäste gaben sich auf dem "U&D" die Ehre, wie die norwegische Rock'n'Roll-Band "Brut Boogaloo". Offen und direkt wurde das Publikum mit einbezogen und angeheizt, was nach einigen recht flauen Versuchen doch seine Wirkung zeigte. Nicht mitzuwippen oder zu klatschen war eigentlich kaum möglich. Im Anschluss sorgte die Londoner Old-School-Soul-Band "Mama's Gun" für eher angenehme Hintergrundmusik, um mal ein Päuschen einzulegen und neben der Bühne was zu essen, doch das Publikum vor der Bühne hatte seinen Spaß und man konnte zahlreiche Hände sehen. Ein absoluter Topact war aber auf jeden Fall "Senore Matze Rossi" im "Drinnen"-Zelt, ein Typ, der mit seinen einfühlsamen und melodischen, gleichzeitig aber sehr durchdachten und künstlerischen Texten für eine ganz besondere Stimmung sorgte. Wer gerne Clueso hört, wir von diesem Künstler kaum mehr los kommen, denn der geht echt ins Ohr und macht Lust auf mehr. Erwähnenswert ist auch, dass der Schweinfurter Musiker nahezu alles alleine macht: Songwriting, Aufnahmen, Pressearbeit und nebenher ist er auch noch Vater. Die Johnny-Cash-Cover-Band "Hank Cash" sorgte dann auf der "Draußen"-Bühne für einen schönen Abschluss des interessanten und erlebnisreichen Samstags. Zwar bauten sie auch eigene Songs ein und mischten diese mit Liedern von Cash, die oft gleich wirkenden Takte machten aber eine Trennung zwischen Neu und Alt eher schwierig - trotzdem war es schön, den drei Jungs zuzuhören, die ihrem Publikum in regelmäßigen Abständen ein lautes "Yii-haaaa!" abverlangten.

Fazit: "Umsonst & Draußen" ist eine eigentlich kaum auszulassende Gelegenheit, die musikalische Landschaft aus Würzburg und Umgebung sowie aus dem Rest Deutschlands und dem Ausland kennen zu lernen. Es ist immer wieder verblüffend, was es für Talente gibt. Hut ab vor den Machern und Veranstaltern für dieses interessante und abwechslungsreiche Rahmenprogramm - wir freuen uns auf 2010!

Persönlich Hui:
- das Becher- und Bonsystem hat sich einmal mehr bewährt. Cool: man kann das Bier jetzt auch stellenweise direkt von Helfern kaufen, die mit Bauchläden voller Bier durch die Leute laufen.
- kulinarisch war wieder einiges los. Man sollte eigentlich nie über das "U & D" laufen, ohne ein Dresdner Stockbrot gegessen zu haben...
- auch OB Rosenthal lies sich blicken und wünschte allen ein erlebnisreiches Wochenende
- wer noch nach dem "U&D" feiern wollte, konnte noch zu einem weiteren Bandgig mit in die Posthallen kommen.
-an den kleinen Handarbeitsständen auf der Mainseite entlang gehen. Da findet man echt schöne Sachen für wenig Geld - bei mir ist jetzt eine kleine Holzschildkröte eingezogen.

Persönlich Pfui:
- die Pissoirs waren oft kurz vorm Überlaufen und bei den Dixies war die Ausleuchtung daran schuld, dass man von außen sehr gut am Schatten sehen konnte, was so drinnen vor sich ging
- mehr Mülleimer oder sonstige Gelegenheiten, seinen Kram wegzuwerfen, wären nicht schlecht.
- mehr Sitzgelegenheiten

Aktuelle Lektüre: Stephenie Meyer: "Twilight"

Dienstag, 7. April 2009

Goodbye akw!

Das war es wohl erst einmal fürs Erste mit dem akw! Der letzte planmäßige Poetry Slam der Saison war gleichzeitig auch die letzte Veranstaltung in Würzburgs beliebten Kulturzentrum, der Insolvenzverwalter hatte sich für den folgenden Montag angekündigt. Die vom Abschied leicht getrübte Stimmung war an diesem Abend unschwer zu übersehen, wie sich auch in einigen Beiträgen der Slammer zeigte, ein gesungenes Abschiedslied an das akw! inklusive.
Der "Highlander"-Slam wird wohl aller Voraussicht nach in den Posthallen neben dem Bahnhof statt finden, ob sich im akw! noch einmal etwas tun wird, bleibt zu hoffen. Vielleicht bringt ja der Herbst gute Neuigkeiten...

Aktuelle Lektüre: Miranda July: "Zehn Wahrheiten"