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Dienstag, 22. Dezember 2009

Kalauer mit Lametta

Treffen sich zwei Rosinen. Fragt die eine die andere: "Warum trägst du denn einen Stahlhelm?" - Sagt die andere Rosine: "Ich geh doch gleich in den Stollen..."

Treffen sich zwei Gänse. Fragt die eine die andere: "Glaubst du an ein Leben nach Weihnachten?"

Zwei Lebkuchen wollen über die Straße laufen. Der eine geht los und wird platt gefahren. Der andere bricht weinend am Straßenrand zusammen und brüllt: "Leeeb, Kuchen!!"

Unterhalten sich zwei Freunde: "Ich weiß jetzt, was ich meiner Frau zu Weihnachten schenke, nämlich einen Lippenstift!" Meint der andere: "Das ist praktisch, nach und nach kriegst du ihn wieder."

Fragt Fritz den Nikolaus: "Du, musst du dein Gesicht eigentlich auch waschen oder nur kämmen?"


Aktuelle Lektüre: Mathias Malzieu: "La Méchanique du Coeur"

Freitag, 3. Juli 2009

Volle Kanne Theater

So, es ist wieder soweit - in der KHG geht es wieder rund und zwar gleich dreimal. In der Stadtmensa und im Großen Saal der KHG Würzburg in der Hofstallstraße zeigt der Theater AK seine Produktion dieses Semesters.
Den Auftakt in der KHG macht die Komödie "Funny Money", eine typische Cooney-Verwechslungsgeschichte, die sich an Turbulenzen, chaotischen Situationen und zündenden Pointen kaum überbieten lässt. Wer "Außer Kontrolle" oder "Cash" gesehen hat, wird zwar einige Gags oder Motive wieder erkennen, doch das macht nichts.

In der Stadtmensa startet gleichzeitig "Ein Engel kommt nach Babylon", eine lehrhafte Komödie von Friedrich Dürrenmatt. Erzählt wird die Geschichte von einem Engel, der auf die Erde kommt und das Bettlermädchen Kurubi mitbringt, die bald den letzten verbliebenen Better in Babylon kennen lernen wird. Es gibt viel zu lachen, aber auch viel nachzudenken, schön inszeniert und mit Livemusik untermalt gibt es auch einige Bezüge zur aktuellen wirtschaftlichen Situation zu erkennen...


Während draußen die Sonne scheint und es erdrückend heiß ist, fahren wir heute los auf das Probenwochenende zu "Hedda Gabler" - denn gestern in zwei Wochen ist Premiere (Countdown läuft ab heute). Ziel ist ein kompletter, textbuchfreier Durchlauf am Sonntag, ich bin sehr gespannt...

Noch 13 Tage bis zur Premiere von "Hedda Gabler"

Aktuelle Lektüre: Stephenie Meyer: "Twilight"

Sonntag, 14. Juni 2009

La France...

Es gibt Neuigkeiten zum Thema Frankreich. Der PAD hat endlich meine Stelle bestätigt. Somit geht es jetzt Ende September in das schöne Frankreich, wo ich bis April 2010 als teaching assistant arbeiten werde. Bis gestern Nacht war auch der Ort noch unklar, ich wusste lediglich, dass es in die Region Orléans-Tours geht, aber um 23:00 Uhr trudelte dann eine Email mit den letzten Informationen ein. Es geht jetzt also in das schöne Châteauroux, das ist eine nette und beschauliche Stadt etwa eine Stunde südlich von Orléans und südöstlich von Tours. "Le pays anti-stress" heißt es überall auf den Webseiten dieser Region. Da bin ich echt mal gespannt. Wäre schön, wenn das stimmt. Das Städtchen macht einen sehr netten Eindruck, es gibt ein cooles Theater (das ist wichtig!), einige Kneipen, Discos und auch eine Innenstadt mit Geschäften, also alles, was man so zum Leben braucht. Nach Paris sind es knapp zwei Stunden, ins Loiretal etwa eine Stunde, was will man mehr. Ich bin jetzt sehr gespannt, was die Wohnungssuche ergibt, ich habe bereits mit meinen beiden Betreuungslehrerinnen Kontakt aufgenommen...

Aktuelle Lektüre: Bertolt Brecht: "Baal" (Eragon Teil drei ist so schlecht, den kann man echt nicht zu Ende lesen...)

Dienstag, 2. Juni 2009

On my way to wars

Endlich ist es sommerlich, schönes Wetter, warme Temperaturen, gute Laune!! Ich hab mal wieder einen alten Song ausgekramt, den ich derzeit sehr gerne höre - Sommersault (die Frau von Michael Mittermeier) mit Xavier Naidoo zusammen. "Way to mars" ist echt cool, vor allem ab 2:55, wenn es noch mal nach oben geht...

Aktuelle Lektüre: Christopher Paolini: "Eragon - Die Weisheit des Feuers"

Dienstag, 7. April 2009

In heimischen Gefilden

Nach über zwei Monaten Würzburgdaueraufenthalt war es mal wieder an der Zeit für einen Tapetenwechsel und aus diesem Grund ging es jetzt mal für eine Woche ins heimische Bad Mergentheim. Hier wird jetzt noch die letzte von vier Hausarbeiten zu Ende geschrieben, am Freitag geht es für eine Nacht nach Freiburg zu Bekannten und am Ostersonntag steht Familientreffen auf dem Plan.

Wer demnächst mal wieder ins Kino gehen möchte, sollte sich noch unbedingt "WATCHMEN" anschauen. Comicverfilmungen sorgten ja in den letzten Jahren immer wieder aufs Neue für Rekordbesuche und Gesprächsstoff, "WATCHMEN" schlägt da aber ein wenig aus dem Mainstream und geht ein wenig tiefer als andere Filme. Ohne zu viel verraten zu wollen, sei gesagt, dass es nicht nur um Helden geht, die durch einen Unfall (Spinnenbiss, Verstrahlung, Unfall...) besondere Kräfte entwickelten, sondern auch um besonders heikle Fragen - was wäre, wenn der Atomkrieg losgeht? Und wie viele Menschen darf man opfern, um die gesamte Menschheit zu retten? Darf man das überhaupt? Brauchen wir in unserer heutigen Zeit noch etwas, an das wir glauben können? Gelungene Effekte, tolle Schauspieler und eine rasante, oft brutale Handlung machen "WATCHMEN" zu einem ganz besonderen Erlebnis, ich fand ganz besonders die Musik bombastisch, vor allem die beiden zusammengemixten Songs aus dem Trailer: zum einen Muse mit "Take a bow", zum anderen die Smashing Pumpkins mit "The beginning is the end is the beginning."


Zum Thema Film brodelt übrigens die Gerüchteküche: vor 25 Jahren erlebte "Die unendliche Geschichte" den Release in den Kinos und später auf Video, auch heute noch ist der Verkauf der DVD ungebrochen. Wer fieberte nicht mit, als das Pferd von Atréju im Sumpf versank und wer hat nicht Felsenbeißer, den Nachtalp und den Kobold mit der Schnecke ins Herz geschlossen? Jetzt soll das Buch neu verfilmt werden - das wäre ein durchaus spannendes Projekt, denn dem Buch blieb man nur bis zum Ende des ersten Teils treu. Teil 2 mit Xayde und den Giganten war schon eine sehr sehr freie Inszenierung und die abgeschmackte Babelsberg-Filmstudios-Version mit dem Darsteller aus "Free Willy", in der eine Gruppe Rowdys das Buch entführt und zu ihren eigenen Zwecken missbrauchen will, ist wohl eher etwas für die Trash-Tonne.

Aktuelle Lektüre: Miranda July: "Zehn Wahrheiten"

Montag, 30. März 2009

In die Woche mit...Brecht

Als hätte er nur noch bloß auf die Umstellung auf die Sommerzeit gewartet, scheint heute endlich der Frühling bei uns Einzug gehalten zu haben. Es ist schön warm draußen, die Sonne scheint und allmählich wollen auch die Knospen aufplatzen, weswegen wir es wohl bald schon wieder richtig schön grün haben. Wurde aber auch mal Zeit!

Der Frühling kommt, Theater geht. Am Samstag war die letzte Aufführung von "Außer Kontrolle" im chambinzky, nach 23 Vorstellungen verabschiedet sich George Pigden in seinen wohlverdienten Urlaub und zieht sich in sein kleines Häuschen in Felixstowe zurück. Seinen Pullover und die Brille hat er mir übergeben, ich soll darauf aufpassen und sie gut im Kleiderschrank verwahren. Momentan wird ja gemunkelt, dass George vielleicht schon 2010 wieder zurückkehrt, aber er weiß es noch nicht so genau. Viel lieber spielt er jetzt Verstecken und lässt uns in Frieden. Es war auch an der Zeit, dass die Dernière naht, zwei Wochen mehr wären wohl auf die Nerven gegangen. Schön wars, lustig wars, aber jetzt brauchen wir wohl alle mal eine Pause. Was demnächst theatertechnisch ansteht, ist noch unklar, das wird sich wohl am ersten Treffen in der KHG zeigen.

Mittlerweile haben wir April und die Monatsbilanz steht an, wir freuen uns auf Ostern und den Start in das neue Semester. Heute hat die letzte Woche des Schulpraktikums begonnen, die Affenhausarbeit nähert sich langsam aber sicher ihrem Ende und das Werk zu Albert Camus trollt sich langsam ins Startloch. Vorher starten wir aber in die Woche mit Brecht, passend zum Wetter:

Das Frühjahr kommt. Wach auf, du Christ! Der Schnee schmilzt weg. Die Toten ruhn.
Und was noch nicht gestorben ist, das macht sich auf die Socken nun.


Aktuelle Lektüre: Vikas Swarup: "Rupien! Rupien!"

Mittwoch, 4. März 2009

Bergfest

So, mittlerweile wäre auch schon wieder der Mittwoch geschafft, zumindest schulisch gesehen. Nett wars wieder, besonders die besuchte fünfte Klasse. Die müssen sich noch wegen allem melden, auch wenn sie nur mitteilen wollen, dass sie einen roten Stift statt eines grünen verwendet haben oder dass sie die Sonne blendet und sie den Vorhang zumachen wollen. Nett, die Kleinen.
Nach dem Mittagessen wurde raufverlegt in die Bibliothek, wo die öde Hausarbeit weiter geschrieben werden muss, wir haben ja noch zwei andere in der Warteschlange. Ätzend, oder? Dafür nähert sich Nummer zwei von vier schon bedächtig ihrem Ende, das Fazit ist schon geschrieben, es fehlen nur noch zwei Seiten. Zwischendurch ist mir auch eine kleine Idee für den nächsten Poetry Slam gekommen, also hat sich das herumtrollen zwischen den Bücherregalen zumindest etwas gelohnt.

Heute Abend starten wir in Runde zwei des Aufführungsmarathons, ab heute spielen wir wieder fünf Mal "Außer Kontrolle" im Chambinzky. Die Vorstellungen für Freitag und Samstag sind jetzt schon ausverkauft, es wird also wieder gut voll, bleibt zu hoffen, dass sich auch genügend andere Leute in die restlichen Vorstellungen verirren. Vom Geschichtswettbewerb gibt's noch nichts neues und auch der Austauschdienst hat noch nichts von sich hören lassen, wir warten weiter...

Aktuelle Lekütre: Muriel Barbery: "Die Eleganz des Igels"

Montag, 2. März 2009

Kekse mit Hackfleisch

Heute abend hab ich mir Spaghetti gekocht und dabei die Nudeln verarbeitet, die ich beim Einkaufen durch ein unachtsames Danebengreifen mitgenommen habe: Biospaghetti aus Vollkorn. Jede italienische Mamma hätte sie wohl beherzt in den Müll geschmettert und eine minutenlange Schimpftirade losgelassen, ich werd sie mir auch nicht mehr kaufen. Schmecken ist etwas anderes. Irgendwie hat man das Gefühl, man isst Kekse mit Hackfleisch, oder matschiges Brot. Bäh, beim nächsten Mal muss genauer hingeschaut werden.

Schon wieder ist Montag und gleichzeitig starten wir in den März. Die erste kleine Aufführungsetappe ist bereits herum, es geht ganz schön an die Substanz, dieses Geschwitze in den Scheinwerfern. Trotzdem war das Wochenende wunderbar und herzlich, zwei lang nicht mehr gesehene Bundkollegen waren zu Besuch, dementsprechend lang ging es in der Nacht und der verpasste Schlaf wurde heute erst mal mit einem zweistündigen Nachmittagsnickerchen nachgeholt, jetzt gehen auch gleich wieder die Lichter aus. Heute war der erste Schultag am schönen Wirsberg-Gymnasium, auch morgen geht es wieder früh raus. Die Schule macht einen sehr schönen Eindruck, bin mal gespannt, was noch so kommt.

Da der Februar schon wieder hinter uns liegt, folgt im Anschluss noch die allseits beliebte Monatsbilanz:

- Lila ist wieder modern
- Panik schnürt dir den Hals zu, wenn du deine Autoschlüssel nicht gleich findest
- mit der Prüfung im Nacken können Studenten ganz schön gemein werden
- schafft den Valentinstag ab!
- "Flitterwochen!?!"
- Französischklausuren sind relativ spaßfrei
- "Oh mein Gott!!"
- Wein ist als Durstlöscher eher nicht geeignet
- Mackie Messer ist cool
- wann wird Sumpfduhle Heidi Klum und ihr Topmodel-Müll endlich verboten?
- schätze deine alten Freundschaften
- ich hab einen Großcousin, der ist ein Hühnchen...
- "John Cockle ist gut!"
-
Bier aus Fulda schmeckt ziemlich gut - vorausgesetzt, man reinigt vorher das Zapfgerät
- man kann sich wirklich nicht am Ellenbogen lecken
- Geschichte ist cool
- Apotheken sind niemals nach ihrem Besitzer benannt
- Premieren sind was schönes. Und Weißwurstfrühstücke

Aktuelle Lektüre: Muriel Barbery: "Die Eleganz des Igels"

Freitag, 27. Februar 2009

"Außer Kontrolle" unter Kontrolle

Tataaa, es ist geschafft, die Premiere ist über die Bühne gebracht und es hätte eigentlich nicht besser laufen können. Vor ausverkauftem Saal haben wir unsere Produktion zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert und sind ziemlich gut angekommen, wie auch das anschließende Feedback bestätigte. Das Publikum war sehr gut gelaunt und hat richtig abgefeiert und uns auch mal wieder lustige Stellen gezeigt, die wir vorher noch gar nicht so witzig fanden. Kleinere Texthänger oder Patzer konnten wir prima überspielen und es ist auch nichts wirklich schief gelaufen. Hoffentlich geht das weiter so. Auch die anschließende Premierenfeier war sehr schön, Sekt und Wein, Knabberbuffet und Suppe inklusive.

Die Mainpost hat bereits eine Kritik auf der Homepage veröffentlicht, morgen wird diese wohl auch in der Zeitung stehen. Wer sich das Stück "Außer Kontrolle" im chambinzky-Theater noch ansehen will, hat ab heute bis zum 28.März noch 22 Mal die Gelegenheit. Folgend die Kritik:

Minister auf amourösen Abwegen

Viel Spaß mit Ray Cooneys „Außer Kontrolle“ im Würzburger Chambinzky

Sie haben diebische Freude daran, zu sehen, wie sich honorige Politiker durch verbotene Fleischeslust und absurde Lügengeschichten beinahe ihre glanzvolle Karriere zerstören? Wie sie dann gezwungen sind, sich ihren guten Ruf mit Schmiergeld zu erhalten? Dann heißt es auf ins Würzburger Theater Chambinzky, in die quirlige Inszenierung von Ray Cooneys Polit-Komödie „Außer Kontrolle“.

Richard Willey (Wolfgang Stenglin), als seriöser Staatsminister natürlich verheiratet, begibt sich in einer Hotelsuite auf amouröse Abwege. Und das ausgerechnet mit mit Jane (Daniela Vassileva), der Sekretärin des Oppositionsführers. Doch eine gänzlich unerwartet über dem Fensterrahmen hängende Leiche stört ihr heimliches Schäferstündchen empfindlich. Die Skandal-Schlagzeile „Staatsminister bei Sex-Orgie mit Sekretärin und Leiche erwischt!“ vor Augen, verstrickt sich Willey in immer unglaublichere Ausflüchte und stürzt sich und seinen rührigen Sekretär George Pigden (Christian Steinberger) ins nicht enden wollende Chaos.

„Außer Kontrolle“ hätte seinen Titel kaum verdient, wenn dann nicht noch Janes rasend eifersüchtiger Mann Ronnie (Bernd Stollberger), eine resolute Hotelmanagerin (Dagmar Schmauß), ein mit allen Wassern gewaschener Etagenkellner (Heinrich A. Moelliot) und Willeys biedere Frau Pamela (Ursula Seebode) die Bühne beträten. Nicht zu vergessen die schnuckelige, doch gestrenge Krankenschwester Gladys (Katharina Miebach), die auf den armen George auch nicht gerade Blutdruck senkend wirkt . . .

Regisseur Manfred Plagens und sein Ensemble servieren dem Publikum leichte, reichlich überdrehte Komödienkost mit satirischen Ansätzen. Slapstick-Einlagen nach dem Motto „Versteck dich im Wandschrank, auch wenn die Tür nicht zu bleibt“ oder „Benutze stets das Fenster, das immer zu fällt“ fehlen dabei ebenso wenig wie ein Totentänzchen der etwas anderen Art.

Die Darsteller meistern mühelos die pointenreichen Dialoge. Besonders Christian Steinberger als nur anfänglich kreuzbiederer Staatssekretär kann begeistern. Und Michael Schwemmer legt als scheintoter Detektiv eine unglaubliche Gelenkigkeit an den Tag. Freunde temporeicher, witziger Dialoge, haarsträubender Handlungskapriolen und vereinzelt auftretender Brachialkomik kommen bei der munteren Inszenierung bestimmt auf ihre Kosten.

Jetzt gibt es vorerst keinen Countdown mehr, aber da wird sich bald was neues finden.

Aktuelle Lektüre: Muriel Barbery: "Die Eleganz des Igels".

Donnerstag, 26. Februar 2009

Premierenfieber

So allmählich steigt die Spannung immer weiter, schließlich haben wir heute die Generalprobe endlich hinter uns gebracht. Im Gegensatz zum gestrigen Durchlauf waren wir mal wieder um einiges angespannter (das liegt eben am "Etikett" der Probe) und hektischer und haben auch stellenweise wunderbar Freischwimmen geübt - seien es die beliebten Textspringer und -dreher, kein fallendes Fenster, zu späte Auftritte oder Verhaspler. Das ist aber auch ganz gut so und es soll schließlich so sein, eine total gut gelaufene Generalprobe dürfte es ja nicht geben. Für solch eine haben wir uns dann doch ganz wacker geschlagen. Ein Fotograf von der Mainpost war heute auch schon da, es gab letzte Instruktionen für morgen und dann wurden wir in den Feierabend entlassen - morgen wird es dann ernst, der Saal füllt sich zum ersten Mal mit Publikum und wir sind alle schon ziemlich gespannt wie intim, ääh ich meine gemütlich es wohl morgen werden wir. Unser Teppichboden auf der Bühne ist jedenfalls von hervorragender Qualität und auch die Tatsache dass Ronnie mit der Schwester einer seiner Cousinen verheiratet ist, macht da nicht mehr viel aus, das geht ihm wohl sprichwörtlich am Arsch vorbei. Dank einer kurzen Idee des Regisseurs bekommt George jetzt auch noch eine gescheuert und zwar keine angetäuschte, sondern eine richtige. Aber was tut man nicht alles für die Unterhaltung - jedenfalls lässt George sich nicht gehen und das ist schließlich am wichtigsten, selbst wenn die Sachen adrett geordnet am Fußende des Bettes liegen und die Managerin mit der Polizei droht. Glücklicherweise kommt ja Ivy aus Venedig herübergeschwommen und steht den anderen hilfreich bei. Auch wenn es in der Suite nebenan um einiges ruhiger ist, gerät in Suite 648 allmählich alles außer Kontrolle...na also!!

Noch 1 x schlafen bis zur Premiere von "Außer Kontrolle".

Aktuelle Lektüre: Muriel Barbery: "Die Eleganz des Igels".

Montag, 16. Februar 2009

Poetry Slam auswärts

Der gestrige Abend hat sich vollauf gelohnt. Wir waren auf dem Poetry Slam in Erlangen im E-Werk, zusammen mit Peemaster Grand und meinem werten Kollegen Rodion R. Raskolnikow bin ich der Einladung von Moderator Jan Siegert gefolgt und habe mich einmal dort im Slammen ausprobiert. Es hat riesigen Spaß gemacht, ich schaffte es ins Finale, den verdienten Sieg holte sich Clara Nielsen, die uns auch schon in Würzburg mit ihren Texten erfreute.

Auch wenn von der Anzahl der Leute her gesehen weniger Besucher in die Kellerbühne hineinpassen als bei uns im akw!, so hatte die Location doch auch ihren Reiz - die Bühne liegt am tiefsten, außen herum steigen größere Stufen empor, die jeweils mit Tischen und Sitzgelegenheiten ausgestattet sind, sodass das Publikum um dich herum sitzt und man sich ein bisschen wie in einem Amphitheater vorkommt. Für mächtige Stimmung sorgte die Gastband "The Fuck Hornisschen Orchestra", die mit ihren clownesken und ungemein komischen Liedern und Einlagen für die nötige Stimmung sorgten. Die Mischung der antretenden Slammer war sehr interessant und bereichernd, von bekannten Gesichtern wie Clara Nielsen, Michael Jakob und meinen beiden Begleitern Peemaster Grand, der mit einem sehr gelungenen Text über Sarajevo überzeugte und Rodion R. Raskolnikow gab es auch für mich neue Gesichter wie die erst kürzlich bepreiste Kurzgeschichtenautorin Katharina Spengler oder ein sehr eindrucksvolles Gedicht von Nicole Paskow über einen Schauspieler, der mit seinem Berufsleben überhaupt nicht zufrieden ist, schließlich ins Publikum pisst und sich letztendlich in die Dienste einer Domina begibt. Ein toller und gelungener, vielfältiger und eindrucksvoller Abend, stimmiges Ambiente, ein total netter Moderator und ein riesiges Schnitzel mit Pommes als Verpflegung waren die Reise wert. Und die nächste Reise nach Nürnberg ist schon in Planung...

Aktuelle Lektüre: Benedict Wells: "Becks letzter Sommer"

Noch 10 Tage bis zur Premiere von "Außer Kontrolle".

Donnerstag, 12. Februar 2009

Schneegestöber und fiese Sprüche

Hui, das Wetter kann sich wieder einmal nicht entscheiden. Heute kann es regnen, stürmen oder schnein, das Wetter weiß es selbst nicht ja, nein, Sonnenschein...? Jedenfalls bin ich gerade von meinem Bewerbungsgespräch heimgekehrt und verkrümele mich jetzt mit Schokolade und Tee aufs Bett und surfe im Netz. Ja, hurra, wir haben jetzt im Wohnheim Internet, was bloggen, Emails abrufen oder sich für Kurse anmelden um einiges leichter macht. Mal schauen, wie hoch der Ablenkungsfaktor noch wird...im Moment steht er jedenfalls ziemlich hoch.

Bei meinen Recherchen für meine Hausarbeit zum Thema "Aktuelle Kinder- & Jugendliteratur im Unterricht" bin ich in einem Buch auf eine sehr witzige Stelle gestoßen, wo es um die Vorlieben der Jugendlichen geht, also um das, was sie gerne lesen. Dabei wird erwähnt, dass sie auch gerne Makaberes oder Gruseliges lesen und als Beispiel wurde ein Buch angeführt, in dem die "Alle...nur nicht..." - Sprüche aufgeführt werden. Das hat gleich mal dazu verleitet, sich im Internet ein wenig schlau zu machen, denn wer kennt sie nicht, diese witzigen Sätzchen. Interessant wäre es einmal, zu wissen, wo die überhaupt herkommen und ob es für sie eine bestimmte Bezeichnung gibt. Im Anschluss also ein kleines Best of:

  • Alle Kinder hören den Schuss, nur nicht Walter, dem galt er.
  • Alle Kinder tanzen um den Galgen, nur nicht Sieglinde, die schaukelt im Winde.
  • Alle Kinder warten auf den Zug, nur nicht Sabine, die liegt auf der Schiene.
  • Alle Kinder angeln nach dem weißen Hai, nur nicht Schröder, der ist der Köder.
  • Alle Kinder streicheln den Hund, nur nicht Paul, der steckt im Maul.
  • Alle Kinder spielen mit dem Seil, nur nicht Inge, die hängt in der Schlinge.
  • Alle Kinder drehen an der Bohrmaschine, nur nicht Grit, die dreht sich mit.
  • Alle Mädchen haben Busen, nur nicht Ellen, die hat Dellen.
  • Alle Kinder springen über die Schlucht, nur nicht Peter, dem fehlt ein Meter.
  • Alle pissen in die Rinne, nur nicht Berni, der liegt drinne.
Noch 14 Tage bis zur Premiere von "Außer Kontrolle".

Aktuelle Lektüre: Benedict Wells: "Becks letzter Sommer"


Freitag, 23. Januar 2009

Krawall und remmi demmi

Oh mann, was für ein Abend gestern. "Deichkind" hat in den Posthallen Würzburgs ganz schön eingeheizt und für ordentlich Stimmung gesorgt. So eine verrückte Veranstaltung sieht man wohl nicht alle Tage - sämtliche Bandmitglieder in Mülltüten gekleidet, lampenartige dreieckige Hüte auf dem Kopf, die leuchten und verrückte Ideen während der Bühnenshow. Ob kreisrunde, riesige Trampoline, auf denen an Gummibänder hängende Statisten auf- und abhüpften und über die Zuschauerköpfe flogen, Skelette, die wild tanzten, mit gelben Sturmmasken bekleidete Typen, die in Schlauchbooten über die Hände der Menge fegten oder ein Typ, der als Vogel verkleidet unter der Decke hing - Wahnsinn. Dass sie am Ende mit einer ganzen Hüpfburg aufgekreuzt sind, hat dann wohl keinen mehr gewundert. Zwei mal gabs "Krawall und remmi demmi", aber auch aktuelleres wie "Arbeit nervt" und, besonderes Schmankerl, "Bon voyage" und "Limit". Auch ich selbst kam eher unfreiwillig in den Genuss, etwa zehn Meter weit in der Menge zu baden und weitergetragen zu werden (wer zum Teufel hat mich hochgehoben?), die Landung war eher unsanft und vom blauen Fleck werd ich noch eine ganze Weile etwas haben. Egal, gelohnt hat es sich auf jeden Fall.

Noch 34 Tage bis zur Premiere von "Außer Kontrolle".
Noch 6 Tage bis zur Portugiesischklausur.

Aktuelle Lektüre: Tom Rob Smith: "Kind 44"

Mittwoch, 7. Januar 2009

Artistic differences

Die wohl coolste Gabe im Cartman Kopf waren drei kleine mit Sand gefüllte Bälle, mit denen man jonglieren kann. Kann, wenn man es denn drauf hat. Ich hab den schwarzen Gürtel im Möglichkeiten-zum-vor-dem-Lernen-drücken-Suchen und hab daher am Montag und gestern versucht, mir selbst das Jonglieren beizubringen, Anleitungen findet man ja überall. Überrascht musste ich feststellen, dass das wirklich alles nur eine Frage der Konzentration ist - nach etwa drei Stunden Übung (insgesamt, über zwei Tage verteilt, mit Pausen) und tausendmaligem Bücken, um die Bälle wieder aufzuheben, hat es geklappt. Zumindest bin ich jetzt schon so weit, dass ich zwei Bälle in der rechten und einen in der linken habe und nachher zwei Bälle in der linken und einen in der rechten. Andersherum will es noch nicht so recht, da streiten sich glaube ich noch die linke und die rechte Gehirnhälfte. Aber es wird munter weiter geübt...zumindest kommt man dann nicht auf doofe Gedanken. Wie lernen. Oder Lektürelesen... Schlechtes Gewissen? Was ist das?

Aktuelle Lektüre: Albert Camus: "La chute" (ich muss ein wenig enttäuscht feststellen, dass nach "l'étranger" und "la peste" der Roman "La chute" ziemlich langweilig ist. Ich glaube, Camus wollte sich noch mal so richtig auskotzen. Ich überspringe derzeit ein wenig und lese die letzten dreißig Seiten nur noch stellenweise)

Aktuelle Lektüre: Martin Suter: "Small world"

Noch 50 Tage bis zur Premiere von "Außer Kontrolle"

Montag, 5. Januar 2009

Cartman hat den Kopf voll Krempel

Unverhofft kommt oft, das kennt man ja. Nie im Leben hätte ich aber damit gerechnet, den gestrigen Poetry Slam zu gewinnen, ich wollte das eher nur mal "ausprobieren". Just kam ich ins Finale und wurde dann vom Publikum zum Sieger gewählt...hui, das ging echt schnell. Die Nervosität beim ersten Text war leider kaum zu übersehen, was mir ein wenig gestunken hat, bei der zweiten Runde war ich dann viel sicherer. Als Preis gabs den Carmankopf voll mit lustigem Krempel des Publikums und eine Flasche Sekt. Die anderen Slammer waren ziemlich gut, besonders gelacht habe ich bei den Geschichten zu den rosa Mädchen und dem Brief an den Weihnachtsmann, der Erzählung von einem Blind Date mit drei möglichen Enden und McMurphys Geschichte über den Tanzkurs. Es lohnt sich doch immer wieder der Weg ins akw! und mir juckts jetzt schon in den Fingern, um die nächsten Texte zu schreiben. Wenn da halt nicht die blöden Klausuren wären, ich muss noch Theatertext lernen und der Herr Camus muss noch ausgelesen werden. Nun ja, wieder einmal ein Problem des Zeitmanagements...kriegen wir hin, denke ich. Ich mümmel mich jetzt erst mal daheim ein und schau "Der Pate"...morgen steigt die erste Probe mit den Chambinzky-Leuten, ich bin gespannt.

Aktuelle Lektüre: Albert Camus: "La chute"

Noch 52 Tage bis zur Premiere von "Außer Kontrolle"

Sonntag, 4. Januar 2009

Es ist wieder Slam-Zeit

Ich habe Blut geleckt. Eigentlich habe ich in einem Anfall von Neujahrs-Restalkohol-Müdigkeit-Überdrehtheit angefangen, ein paar Zeilen zu dichten, mein fertiges lyrisches Werk umfasst jetzt vier Seiten. Heute abend werde ich mal aus Spaß beim Poetry Slam im akw! antreten und mal schauen, wie mein Text ankommt. Irgendwie bin ich schon ein wenig aufgeregt, aber die Vorfreude und Neugierde überwiegt das momentan alles. Noch. Die Spende für den Gabentopf habe ich mir auch schon zurecht gelegt, eine alte CD mit klassischer Traummusik. Beim Poetry Slam muss das Publikum nämlich immer etwas persönliches spenden, dass dann der Gewinner bekommt. Dabei kommen manchmal ziemlich coole Sachen raus. Nun ja, werden wir mal sehen, wie es heute abend läuft.

Aktuelle Lektüre: Albert Camus: "La chute"

Was wäre mein Blog ohne Countdowns? Wir laden die Pistole, lassen es knallen und haben
Noch 53 Tage bis zur Premiere von "Außer Kontrolle"