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Sonntag, 16. Mai 2010

Espressiert


Eine neue und raffinierte Geschäftsidee zieht seit Beginn letzter Woche neugierige Blicke der Studenten auf sich. Die mobile Espressobar "Espressiert" versorgt ab jetzt zur späten Mittagszeit kaffeesüchtige Studenten direkt am Zebrastreifen gegenüber der Zentralen Universitätsbibliothek. Wer die Treppenstufen zur Philosophischen Fakultät I steigt oder den Bus an der Haltestelle verlässt, kann das kleine dreirädrige Gefährt kaum verfehlen. Italienischer Flair kommt auf jeden Fall auf, wenn man sich dort einen Espresso bestellt, denn die 1,50 € sind ihr Geld wirklich wert - auch wenn die Kaffeebohnen aus Hessen kommen. Aber das außergewöhnliche Mischungsverhältnis sorgt für einen wunderbaren Geschmack, es gibt natürlich auch noch Cappuccino, Kaffee, Latte Macchiato, kleine Snacks wie Brownies und Gebäck. Panoramablick auf Würzburg und die Festung inklusive.

Nicht nur, dass die koffeinhaltigen Heißgetränke mehr Aroma und Geschmack enthalten als die Automaten-Instantbrühen der diversen Cafeten, wer sich nach der Schließung der Cafeteria oder Mensa noch nach etwas sehnt oder vor allem sonntags gerne seine Pause außerhalb der Zentralbibliothek mit einem frischen Kaffee füllen möchte, ist hier genau richtig. Der freundliche Barbetreiber erzählt gerne etwas über seine Idee und zeigt auch die Technik, die in dem kleinen Vehikel steckt; so thront auf dem Beifahrersitz ein Waschbecken inklusive Wasseraufbereitungsanlage. Wer dort also bald vorbeikommt, sollte den Kaffee einmal testen...es lohnt sich.

Aktuelle Lektüre: Andreas Franz: "Der Jäger"

Dienstag, 17. November 2009

Würzburg brennt

(Quelle: Bayerischer Rundfunk)

Seit einigen Tagen gibt es an der Universität Würzburg mächtig Aufruhr: gegen Mitte letzter Woche besetzten zahlreiche Studenten das Auditorium Maximum in dem Gebäude der Sanderuni unten in der Stadt. Eine dort geplante Mathematikvorlesung fiel beinahe aus und es kam zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Studenten, die die Vorlesung hören wollten, den Besetzern und den Dozenten. Mit dieser Aktion hat sich die Uni Würzburg dem Bildungsstreik angeschlossen, der derzeit wie eine Welle durch Deutschland schwappt. Vor einigen Wochen hatten bereits Studenten der Universität Wien das Audimax besetzt, was schnell über Internetforen und diverse Kommunikationsmöglichkeiten wie twitter die Runde machte. Schnell folgten Unis in Münster, Paderborn, Heidelberg und auch Würzburg. Bundesweit sind bereits 20 Hochschulen besetzt, in Bayern sind es unter anderem Regensburg, Erlangen, Coburg, Augsburg, Bayreuth und Passau. Die Studenten wollen vor allem auf herrschende Missstände an der Bildungspolitik und speziell an ihren Unis aufmerksam machen, fordern die Abschaffung von Studiengebühren und weisen auf die schlecht überschaubaren Regelungen des neu eingeführten Bachelor- & Mastersystems hin.

Am gestrigen Montag um 18 Uhr sollte auf einem Plenum beschlossen werden, wie es nun weitergehen soll. Eine Räumung des Audimax ist aber bisher noch nicht vorgesehen, Raum für Austausch und Diskussion wird aber stets geboten. Die Aktionen sorgten bereits für Medieninteresse, das Bayerische Fernsehen berichtete aus dem Hörsaal der Uni Würzburg, die tagesschau zeigte am 12. November einen kurzen Ausschnitt und mittlerweile haben die Besetzer des Audimax auch einen eigenen Blog ins Leben gerufen, auf dem sich regelmäßig neue Informationen zur weiteren Vorgehensweise, zum morgigen Aktionstag oder zu den Forderungen der Besetzer abrufen lassen.

Für den 1. Dezember ist eine große Demonstration geplant, die Proteste und Streiks sollen noch mindestens bis zu diesem Datum weitergehen. Auch oben in der Hubland-Mensa soll mit Transparenten und Plakaten auf die momentane Lage aufmerksam gemacht werden. Wie viele Demonstranten sich am ersten Dezember in Würzburg einfinden werden, wird sich zeigen. Um ein markantes Zeichen zu setzen bedarf es jedenfalls mehr als die geringe Zahl der Besetzer, die ebenfalls sicherlich für jede helfende Hand dankbar sind.

Weitere Informationen und Seiten:

- der Blog aus dem Audimax: "Würzburg brennt!"
- Bericht zu den Protesten vom Bayerischen Fernsehen
- "unsereunis" - Aufruf zum europaweiten Bildungsstreik und News aus den anderen Unis.

Aktuelle Lektüre: Marlen Haushofer: "Die Wand"

Montag, 20. Juli 2009

Mit Vollgas...

..geht es in die letzte Woche des Semesters und die Klausuren müssen bewältigt werden. Es sind derzeit noch vier von sechs. Mit dem Wochenende nähern sich nicht nur die Semesterferien, sondern auch die nächsten und letzten Aufführungen von Hedda Gabler, ab kommendem Montag werden wieder im Ferienjob Schrauben eingekauft. Wie versprochen und bereits einmal versäumt, kommt heute das zweite Video von Lip Dup. Es kommt aus Frankreich, genauer gesagt, aus Rouen. Musikalische Grundlage bietet "Thriller" von Michael Jackson. Wieder sehr sehenswert.


Aktuelle Lektüre: Stephenie Meyer: "Twilight"

Sonntag, 24. Mai 2009

Update

So, jetzt soll endlich mal der Schlamperei auf diesem Blog ein wenig Einhalt geboten werden. Es soll wieder mehr "In die Woche mit..." geben, regelmäßigere Einträge und weniger Lücken, schließlich ging in einem Monat ja fast gar nichts mehr. Besänftigt von Wise-Guys-Musik und einer gemütlichen Stimmung geht es daher jetzt mal an ein kurzes Update.

Uni: nervt gerade total. Vor allem mit Französisch ist nicht gerade gut Kirschen essen und die Sprachpraxis ödet mit ihrem hochstaplerischen Anspruch. Die Übersetzungskurse gehen jetzt statt einer Stunde nun 90 Minuten, was die Sache nicht gerade erträglicher macht. Mittlerweile wurde ein kleines Projekt gestartet, um der bösen Sprachpraxis ein wenig entgegenzuwirken und die Tatsache zu akzeptieren, dass auch Kafka-Texte aus dem Hirn übersetzt werden müssen: Vokabeln. Vokablen aus dem bescheuerten Lernwortschatz von Hueber, die jeden Tag für mindestens eine Stunde behandelt und auf Karteikarten geschrieben werden. Die Aussicht, dass die Karteikarten einen ganzen Schuhkarton füllen werden, ist da nicht gerade blendend, aber da muss man eben durch. Deutsch ist dafür ein wenig besser, saugute "Woyzeck"-Vorlesung und nur noch ein Seminar in Sprachwissenschaft, dann sind wir zumindest schon scheinfrei, was Deutsch betrifft.

Ab September geht es dann ins französische Ausland. Wohin, ist noch unklar, wann, auch. Ich weiß bis jetzt nur, dass ich einen Platz bekommen habe, alles andere wird sich in den nächsten Tagen herausstellen. Es wird Zeit, einmal für ein paar Monate aus Würzburg herauszukommen und noch einmal Luft zu holen, denn wenn ich zurückkomme, steht schon EWS vor der Tür und danach geht es allmählich an die ZuLa...

Theater: viel und häufig. Zum einen viele Besuche, zum anderen sind schon die Proben angelaufen. Wir spielen "Hedda Gabler" von Henrik Ibsen, mein Part verkörpert den Richter Brack, eine sehr interessante Figur in diesem dramatischen Stück. Arschloch, arroganter und selbstgefälliger Schnösel wie er ist, zieht Richter Brack im Hintergrund die Fäden und lenkt die anderen Charaktere durch seine Intrigen. Das Stück wird ziemlich gut, wenn alles so läuft, wie wir es uns gedacht haben, denn wir planen ein etwas anderes Aufführungskonzept und Livemusik. Ansonsten gibt es derzeit auch wieder einige sehenswerte Produktionen in und um Würzburg, dazu bald mehr. Sobald der Premierentermin feststeht, gibt es selbstverständlich wieder einen Countdown.

Poetry Slam: ist gerade saisonal bedingt fast zu Ende. Der Highlander-Slam war das letzte große Erlebnis in Würzburg, heute war ich noch einmal in Erlangen auf einer Art Perfomance auf der Straße im Rahmen des Internationalen Figurentheaterfestivals. War ganz lustig, wir konnten auch ein paar Passanten für uns begeistern und hatten unseren Spaß. Wenn alles klappt, fahre ich im Juli noch einmal nach Erlangen, ansonsten versuche ich gerade, in Bad Mergentheim einen Slam zu starten, aber das gestaltet sich schwieriger als angenommen. Wir suchen noch nach einer passenden Location.

Mehr Wissenswertes gibt es morgen, jetzt geh ich erst mal ins Bett.

Aktuelle Lektüre: Bertolt Brecht: "Trommeln in der Nacht"

Montag, 9. Februar 2009

In die Woche mit...Erich Kästner

Schon wieder ist ein Montag rum und man ist kaum vorwärts gekommen. Tutorium heute war ganz in Ordnung, die Hausarbeit musste dagegen ein wenig zurückstecken - egal, ein Tag geht. Morgen werden im Wohnheim wieder die Modems ausgeteilt, denn (kaum zu glauben, aber wahr!), wir sind jetzt auch endlich online. Lustigerweise wird die Internetgebühr vom Konto abgebucht, ob man nun ein Modem hat oder nicht, von daher empfiehlt es sich schon, eines zu besitzen. Das war's dann mit den nervigen Bib-Besuchen, wenn ich auch befürchte, dass die Ablenkungskurve steil nach oben gehen wird...

In die Woche starten wir heute mit Erich Kästner.

"Die Hühner fühlten sich plötzlich verpflichtet, statt Eiern Apfeltörtchen zu legen.
Die Sache zerschlug sich. Und zwar weswegen?
Das Huhn ist auf Eier eingerichtet!
So wurde schon manche Idee vernichtet."


Noch 17 Tage bis zur Premiere von "Außer Kontrolle".

Aktuelle Lektüre: Benedict Wells: "Becks letzter Sommer"

Sonntag, 8. Februar 2009

Endlich Ferien

Endlich sind Ferien. Hurra. Naja. So richtig Ferien sind noch nicht. Die Klausuren waren dieses Mal relativ blöd, es bleibt auch kaum Zeit, mal durchzuatmen denn schon ab morgen geht es munter in die Woche mit einem Tutorium zur Vorbereitung auf die Zwischenprüfung und am Donnerstag wartet das Bewerbungsgespräch für den Frankreichaustausch. Und vom Donnerstag an sind es dann nur noch zwei Wochen und schon startet "Außer Kontrolle" am chambinzky-Theater in die Premiere. Dementsprechend anstrengend werden die nächsten beiden Wochenenden, was die Proben angeht, nebenbei müssen auch noch drei Hausarbeiten geschrieben werden. Grmpf.

Andere Leute haben wohl anscheinend zu viel Zeit. Ich war heute Mittag um 13 Uhr hier kurz in der Bib und bin jetzt noch einmal kurz hereingeschneit, um einige Signaturen herauszusuchen. Schon vorhin trollte sich eine Gruppe Jungs von PC zu PC und starrte ihren Kumpels über die Schulter, es gibt wohl ein Online-Spiel, bei dem man Skispringen muss und es kommt natürlich darauf an, wie weit man sein Männchen springen lässt. Es ist wirklich unglaublich, aber die gleichen Typen sind jetzt auch noch da und lärmen gelegentlich durch lautes Klatschen in die Hände, wenn wieder einmal der Weitsprungrekord überboten wurde oder hauen mit der flachen Hand auf die Tischplatte, wenn es mal nicht so gut läuft. Das ist ja echt wie im Kindergarten...

Noch 18 Tage bis zur Premiere von "Außer Kontrolle".

Aktuelle Lektüre: Benedict Wells: "Becks letzter Sommer" (Herr Ritter, es ist klasse!!)

Mittwoch, 28. Januar 2009

Wir sind Kaffee!!

Hurra, wir sind Kaffee! Gestern stand sie da, eine schwarze Bosch, im Media Markt, im Angebot und ich habe zugeschlagen. Endlich muss ich nicht mehr auf die geschmacksverstärkerbelasteten Pulverkaffees und -cappuccinos zurückgreifen, sondern kann mir frisch gemahlene Bohnen im Filter aufkochen. Das nötige Zubehör kauf ich mir gleich heute und da das Christkind mir ja eine schicke Thermoskanne spendiert hat, lässt sich der Kaffee auch wunderbar überallhin mitnehmen. Wie herrlich. Zum Klischeelehrer fehlen jetzt bloß noch Zigaretten und ein Aschenbecher neben dem Bett und einer auf dem Schreibtisch - aber darauf wird gerne verzichtet.

Die Tage plätschern so vor sich hin und die Klausuren rücken näher, aber irgendwie ist die Luft raus. Kein Bock zu Lernen, vor allem ist es überhaupt nicht schlimm. Das schlechte Gewissen hat gerade seltsamerweise Urlaub. Der Schweinehund steckt in den letzten Tagen ziemlich viele Schläge ein, es wird heftig um Motivation gekämpft - durchhalten, noch eine Woche!

Noch 29 Tage bis zur Premiere von "Außer Kontrolle".
Noch 1 Tag bis zur Portugiesischklausur.
Noch 5 Tage bis zur Klausur "Thème Mittelkurs" und Deutschdidaktik.
Noch 7 Tage bis zur Klausur "Version Mittelkurs".

Montag, 19. Januar 2009

In die Woche mit...Hesse

Die Zeit rast echt, ich habe das dumpfe Gefühl, dass sich die grauen Herren von der Zeitsparkasse aus dem Buch "Momo" wieder selbstständig gemacht haben und in Würzburg ihr Unwesen treiben. Das Jonglieren geht mittlerweile schon besser, jetzt klappen schon zwei Kaskaden in Folge. Aber es ist härter als gedacht. Das Wochenende war mal wieder viel zu kurz, um den ganzen noch anstehenden Kram zu erledigen, aber man muss sich schließlich ja auch mal eine Auszeit gönnen und zum Beispiel schwimmen gehen, zwei Slam-Texte entwerfen oder einen schönen Film gucken. Viel zu schöne Dinge, um sich mal wieder abzulenken, aber vor der Tür stehen noch vier Klausuren, vier Hausarbeiten und ein zu haltendes Zwischenprüfungstutorium...ach ja, in einigen Wochen ja auch schon die Premiere. Die vorletzte komplette Uniwoche des Unisemesters bricht an, wie gruselig, es geht in die Vollen. Die Proben machen Spaß, sind aber auch tierisch anstrengend, denn die zu rennenden Wege sind länger und es muss mehr geschleppt werden. Nun ja, das hält dann wenigstens fit.

Pünktlich zum Wochenstart die neue Reihe "In die Woche mit...?", heute geht es los mit einem Zitat von Hesse.

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern,
in andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Aktuelle Lektüre: Andreas Steinhöfel: "Rico, Oskar und die Tieferschatten"
Noch 38 Tage bis zur Premiere von "Außer Kontrolle".
Noch 10 Tage bis zur Portugiesischklausur.

Mittwoch, 7. Januar 2009

Artistic differences

Die wohl coolste Gabe im Cartman Kopf waren drei kleine mit Sand gefüllte Bälle, mit denen man jonglieren kann. Kann, wenn man es denn drauf hat. Ich hab den schwarzen Gürtel im Möglichkeiten-zum-vor-dem-Lernen-drücken-Suchen und hab daher am Montag und gestern versucht, mir selbst das Jonglieren beizubringen, Anleitungen findet man ja überall. Überrascht musste ich feststellen, dass das wirklich alles nur eine Frage der Konzentration ist - nach etwa drei Stunden Übung (insgesamt, über zwei Tage verteilt, mit Pausen) und tausendmaligem Bücken, um die Bälle wieder aufzuheben, hat es geklappt. Zumindest bin ich jetzt schon so weit, dass ich zwei Bälle in der rechten und einen in der linken habe und nachher zwei Bälle in der linken und einen in der rechten. Andersherum will es noch nicht so recht, da streiten sich glaube ich noch die linke und die rechte Gehirnhälfte. Aber es wird munter weiter geübt...zumindest kommt man dann nicht auf doofe Gedanken. Wie lernen. Oder Lektürelesen... Schlechtes Gewissen? Was ist das?

Aktuelle Lektüre: Albert Camus: "La chute" (ich muss ein wenig enttäuscht feststellen, dass nach "l'étranger" und "la peste" der Roman "La chute" ziemlich langweilig ist. Ich glaube, Camus wollte sich noch mal so richtig auskotzen. Ich überspringe derzeit ein wenig und lese die letzten dreißig Seiten nur noch stellenweise)

Aktuelle Lektüre: Martin Suter: "Small world"

Noch 50 Tage bis zur Premiere von "Außer Kontrolle"