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Mittwoch, 10. März 2010

"Glee" macht Musik...


Schwupps, da ist einmal wieder ein neues Projekt am Serienhimmel erschienen und sorgte erst in den Staaten, dann in England und Irland für gute Einschaltquoten, bald ist Spanien an der Reihe. Die Rede ist von der poppig-bunt-flippigen Serie "Glee", von den Machern von "Nip/Tuck". Ein sogenannter "Glee"-Club ist ein Gesangsverein, wie man ihn zum Beispiel als Arbeitsgemeinschaft an einer High School finden kann.

Und damit wären wir schon mitten in der Handlung. Spanischlehrer Will Schuester, einst selbst ein Star des Glee Clubs, will selbigen an seiner Schule übernehmen und diesem dank neuer Methoden zum Aufstieg verhelfen. Leichter gesagt, als getan, denn die Mitglieder des Glee Clubs sind in der gesamten Schule als Loser und Nerds verschrien und bekommen auf dem Gang regelmäßig die Ice-Shakes ins Gesicht geschüttet. Allen voran die überaus selbstbewusste Rachel, die schon von Kindesbeinen an davon träumt, einmal berühmt zu werden und mit ihrer extrovertierten Art in ihrem Umfeld eher aneckt als ankommt. Zudem finden sich keine männlichen Mitglieder, doch Schuester wird durch Zufall bei dem Footballspieler und Mädchenschwarm Finn fündig. Doch schon die ersten Erfolge des Glee Clubs scheinen schnell wieder vergessen zu sein, als sich weitere Probleme anhäufen, allen voran die fiese Sportlehrerin Sue Silvester, die die Finanzierung ihres Cheerleadervereins in Gefahr sieht und gerne auch zu unerlaubten Mitteln greift, um Schuester und seinen Sängern einen Stock zwischen die Beine zu werfen. Doch auch Schuesters Ehe läuft nicht sonderlich gut und unter den Teenies verhärten sich ebenfalls bald die Fronten...

Man nehme Elemente aus "High School Musical" und "Grease" und mixe sie mit den typischen High-School-Klischees aus den amerikanischen Teeniefilmen. Heraus kommt "Glee"? Fast. Sicherlich gibt es da die vorlaute afroamerikanische Sängerin, das arrogante Cheerleadergirl, den begehrten Footballer, den schwulen Außenseiter, die kesse Streberin und den coolen und vorlauten Macho mit weichem Kern, aber trotz allem bietet "Glee" noch ein wenig mehr. Nicht nur, dass mit diesen Klischees raffiniert gespielt wird, sondern auch der Umgang mit dem Thema des Außenseiters und des Andersseins bringt frischen Wind in die Serie, nicht umsonst ist auch das Loser-L, das sich mit der Hand darstellen lässt, Bestandteil des Plakats. Scheinbare Happy Ends werden ziemlich schnell durch die intolerante Mehrheit an der High School zerstört und vermeiden so unnötigen Kitsch. Das Darstellerteam spielt überzeugend und mitreißend, Jane Lynch als Sue Silvester ist einfach köstlich und Gastauftritte von amerikanischen Musikern wie Kristin Chenowith sorgen für schöne Akzente. Bleibt zuletzt die Musik - teilweise sehr gelungene Coverversionen von aktuellen und ein wenig verstaubten Hits bringen den nötigen Pep und die Choreografien sind teilweise ein Hingucker.

Reinschauen lohnt sich also, seichte Kost mit ein bisschen Tiefgang, aber sehenswert. Mal sehen, wann das "Glee"-Fieber nach Deutschland überschwappt, in Amerika geht bald der zweite Teil von Staffel eins an den Start, Staffel zwei ist bereits in Produktion...für die hat unter anderem Neil Patrick Harris schon zugesagt, besser bekannt als "Barney" aus "How I met your mother"...

Aktuelle Lektüre: Daniel Pennac: "Au bonheur des ogres"

Sonntag, 21. Februar 2010

Wort zum Sonntag N° 28


Morgen geht es wieder in eine neue Woche - hier in Frankreich heißt das auch gleichzeitig, dass die Winterferien vorbei sind und der letzte Abschnitt des Aufenthalts als Fremdsprachenassistent anbricht, bevor es im April wieder nach Deutschland geht. Das Wort zum Sonntag stammt dieses Mal aus dem Film "Kate & Leopold", einer recht schönen und doch sehenswerten Schnulze aus der Zeit, in der Meg Ryan noch was von sich hören ließ und Hugh Jackman noch nicht seinen Ruf als Wolverine weg hatte. Kate steht vor ihren Arbeitskollegen und muss eine Rede halten, doch dann wird ihr bewusst, dass sie eigentlich etwas ganz anderes will...

...und es ist doch eine tolle Sache, das zu bekommen, was man will. Es ist wirklich toll. Es sei denn...das, was Sie da wollten, war nicht wirklich, was Sie wollten, weil das, was Sie wirklich...WOLLTEN - das konnten Sie sich nicht vorstellen und Sie hätten nicht geglaubt, dass es möglich wäre. Aber was ist, wenn einer daherkommt, einer, der ganz genau weiß, was du willst, ohne zu fragen, der es einfach weiß, so, als könnte er deinen Herzschlag spüren oder deine Gedanken lesen. Und wenn er sich seiner sicher wäre, ohne vorher eine Umfrage machen zu müssen und dich lieben würde...doch du hättest gezögert...?

Aktuelle Lektüre: Stephenie Meyer: "New Moon"

Freitag, 5. Februar 2010

Nuit blanche

Es gibt eine sehr schöne Szene in dem Film "Big Fish" von Tim Burton. Die männliche Hauptfigur trifft zum ersten Mal auf die Liebe seines Lebens, und zwar in einem Zirkus. Genau in diesem Moment meldet sich die Stimme des Erzählers zu Wort: "Man sagt, in dem Moment, in dem man zum ersten Mal auf seine große Liebe trifft, bleibt die Zeit kurz stehen." Das tut sie dann auch und Ewan Mc Gregor räumt unter anderem in der Luft hängendes Popcorn zur Seite, um sich seiner Angebeteten zu nähern. Ganz andere Hindernisse müssen dagegen die beiden Liebenden aus dem wunderschön gestalteten Kurzfilm "Nuit blanche" erleben, doch auch für sie bleibt die Zeit stehen und nichts scheint mehr von Bedeutung zu sein:

Nuit Blanche from Spy Films on Vimeo.



Aktuelle Lektüre: Volker Klüpfel / Michael Kobr: "Seegrund. Kluftingers dritter Fall."

Dienstag, 22. Dezember 2009

Magic Happens N° 3

Und wieder einmal gibt es ein weiteres Video aus der Werbekampagne für die magische Welt von Disney. Dieses Mal sehen wir ein älteres Pärchen bei einem nachdenklichen Moment - was die Jury in Cannes sichtlich beeindruckte und dem Commercial die Silbertrophäe einbrachte.



In diesen Tagen startet im Kino auch ein neuer Film aus der Traumfabrik, was vor allem die ein wenig älteren Disneyfans interessieren könnte. Während die jüngeren Generationen von Disney eigentlich nur noch die animierten Abenteuer à la "Findet Nemo" und "Toy Story" kennen dürften, sowie die eckigen und knallbunt gestalteten Figuren aus Filmen wie "Herkules" oder "Ein Köngreich für ein Lama", die doch alle relativ flach waren, erinnert man sich noch gerne an die wirklich bewegenden und liebevoll gestalteten Streifen wie "Der König der Löwen", "Die Schöne und das Biest" oder "Das Dschungelbuch". Dass es schon lange keinen Film mehr in dieser Machart gab, scheinen wohl auch die Produzenten und Zeichner von Disney endlich einmal gemerkt zu haben und bringen nun nach mehrjähriger Arbeit "Küss den Frosch" ins Kino. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich um eine recht freie Version des Märchens "Der Froschkönig", aber der alte Disneycharme dürfte wieder begeistern: handgezeichnete Figuren wie aus den Zeiten von einst, schöne Bilder, sprechende Tiere und natürlich Songs und Musik. Weitere Neuerung, wir werden ja modern: die erste dunkelhäutige Disneyprinzessin. Für die Weihnachtstage könnte sich ein Kinobesuch also lohnen...

Aktuelle Lektüre: Mathias Malzieu: "La Méchanique du Coeur"

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Le petit Nicolas - Der kleine Nick


Fast alle kennen ihn hier in Frankreich, fast alle lieben ihn. Ein typischer kleiner Lausbub aus der Schule, entstanden aus der Feder von Asterix-Schöpfer René Goscinny, die Zeichnungen erinnern oft ein wenig an die in Deutschland eher bekannten "Papa-Moll-Bilder". Diese Kinderbuchserie ist im französischsprachigen Raum in fast jedem Kinderzimmer anzutreffen, der Leser begleitet den kleinen Nicolas vor allem in seinem Schulalltag, fährt mit ihm ins Schullandheim oder in den Urlaub. Selbstverständlich strotzt diese witzige Reihe nur so von Klischees und schwankt zwischen der heilen Welt der 60er Jahre und vollkommen überdrehten Charakteren. Von der Mutter, die eigentlich nur da ist, um den Haushalt zu führen, sich aber auch einmal eine Perlenkette aus der Galerie LaFayette wünscht, über den Vater, der in einer Firma mit strengem Chef arbeitet und sich doch auch gerne mal etwas Besonderes gönnen würde, bis hin zum dickbäuchigen gemeinen Lehrer, der in seinem militärischen Ton die Schüler regelmäßig zur Schnecke macht, ist so ziemlich alles dabei. Herrlich auch die Darstellung von Nicks Freunden, Schlaukopf, Streber, Dickwanst, Besserwisser, Macho und reiches Einzelkind, sie alle sind vertreten. Gemeinsam durchleben die Kiddies witzige Abenteuer oder müssen sich in der Welt der Erwachsenen auf ihre ganz eigene Art und Weise Gehör verschaffen, was nicht immer einfach ist.
Jetzt ist der Erfolg aus den Kinderzimmern in die französischen Kinos gekommen und wird sicherlich auch in Deutschland ein Erfolg werden. Die putzige und humorvolle Machart, die Musik, geschliffene Charaktere und eine rasante Geschichte - Nicolas denkt, dass seine Eltern ihm verheimlichen, dass er bald ein Geschwisterchen bekommt und schmiedet Pläne, um dieses Kind nach der Geburt sofort loszuwerden - machen den 90minütigen Film zu einem witzigen Familienspaß. Die Deutschen müssen sich leider noch ein wenig gedulden, der Kinostart ist derzeit für den Februar 2010 geplant. Besonders lustig ist ein Trailer zu dem Film, in dem alle Darsteller behaupten, sie seien der kleine Nick, bevor der wirkliche Darsteller ganz am Ende auftritt. Hier gibt es den offiziellen Teaser zu sehen. Unbedingt vormerken, es lohnt sich!



Aktuelle Lektüre: Fridolin Schley: "Wildes schönes Tier"

Samstag, 3. Oktober 2009

Angekommen

Uff. Geschafft. Gelandet. Im schönen Châteauroux in Frankreich, etwa eineinhalb Stunden südlich von Orléans. Die Stadt ist wirklich sehr nett, hat eigentlich alles, was man so braucht und die Gegend um den kleinen und überschaubaren Ort herum hat wirklich viel zu bieten - Kultur, Theater, Musik, Schlösser, Naturparks etc. Hier gibt es mit Sicherheit viel zu entdecken und zu erleben. Wie auf dem erst neulich beendeten Bitfilm-Festival 2009, bei dem die besten animierten Kurzfilme aus dem Internet in verschiedenen Kategorien, wie "3D Space" oder "Politicool" ausgezeichnet und bepreist werden. Jeder, der sich auf der Homepage anmeldet, kann mitbestimmen, welche der zahlreichen Beiträge gewinnen sollen. Gewinner in der Kategorie "3D Space" ist der nett gemachte, von südamerikanischen Kulturen inspirierte Film "Machu Picchu Post", den es hier zu sehen gibt.



Aktuelle Lektüre: Stieg Larsson: "Vergebung"


Dienstag, 15. September 2009

Goodbye Patrick

Er hat eine ganze Generation von Frauenherzen dahinschmelzen lassen und tut es zumindest immer noch, wenn "Dirty Dancing" im Fernsehen ausgestrahlt wird. Recht cool war er übrigens auch in einer seiner letzten sehenswerten Rollen, dem Episodenfilm "11:14" mit Hilary Swank sowie natürlich dem Hammerkultfilm "Donnie Darko". Daher noch einen der schönsten Songs aus "Dirty Dancing"...



Aktuelle Lektüre: Stieg Larsson: "Vergebung"

Dienstag, 7. April 2009

In heimischen Gefilden

Nach über zwei Monaten Würzburgdaueraufenthalt war es mal wieder an der Zeit für einen Tapetenwechsel und aus diesem Grund ging es jetzt mal für eine Woche ins heimische Bad Mergentheim. Hier wird jetzt noch die letzte von vier Hausarbeiten zu Ende geschrieben, am Freitag geht es für eine Nacht nach Freiburg zu Bekannten und am Ostersonntag steht Familientreffen auf dem Plan.

Wer demnächst mal wieder ins Kino gehen möchte, sollte sich noch unbedingt "WATCHMEN" anschauen. Comicverfilmungen sorgten ja in den letzten Jahren immer wieder aufs Neue für Rekordbesuche und Gesprächsstoff, "WATCHMEN" schlägt da aber ein wenig aus dem Mainstream und geht ein wenig tiefer als andere Filme. Ohne zu viel verraten zu wollen, sei gesagt, dass es nicht nur um Helden geht, die durch einen Unfall (Spinnenbiss, Verstrahlung, Unfall...) besondere Kräfte entwickelten, sondern auch um besonders heikle Fragen - was wäre, wenn der Atomkrieg losgeht? Und wie viele Menschen darf man opfern, um die gesamte Menschheit zu retten? Darf man das überhaupt? Brauchen wir in unserer heutigen Zeit noch etwas, an das wir glauben können? Gelungene Effekte, tolle Schauspieler und eine rasante, oft brutale Handlung machen "WATCHMEN" zu einem ganz besonderen Erlebnis, ich fand ganz besonders die Musik bombastisch, vor allem die beiden zusammengemixten Songs aus dem Trailer: zum einen Muse mit "Take a bow", zum anderen die Smashing Pumpkins mit "The beginning is the end is the beginning."


Zum Thema Film brodelt übrigens die Gerüchteküche: vor 25 Jahren erlebte "Die unendliche Geschichte" den Release in den Kinos und später auf Video, auch heute noch ist der Verkauf der DVD ungebrochen. Wer fieberte nicht mit, als das Pferd von Atréju im Sumpf versank und wer hat nicht Felsenbeißer, den Nachtalp und den Kobold mit der Schnecke ins Herz geschlossen? Jetzt soll das Buch neu verfilmt werden - das wäre ein durchaus spannendes Projekt, denn dem Buch blieb man nur bis zum Ende des ersten Teils treu. Teil 2 mit Xayde und den Giganten war schon eine sehr sehr freie Inszenierung und die abgeschmackte Babelsberg-Filmstudios-Version mit dem Darsteller aus "Free Willy", in der eine Gruppe Rowdys das Buch entführt und zu ihren eigenen Zwecken missbrauchen will, ist wohl eher etwas für die Trash-Tonne.

Aktuelle Lektüre: Miranda July: "Zehn Wahrheiten"