Posts mit dem Label Skurriles werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Skurriles werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 22. Mai 2010

Ein Handygespräch als Musical


Die Theaterwelt blickt derzeit wieder nach Berlin, wo seit einigen Tagen das alljährliche Theatertreffen statt findet. Zahlreiche namhafte Regisseure und Produktionen wurden wieder in die Hauptstadt eingeladen, wie etwa Roland Schimmelpfennigs Stück "Der Goldene Drache" (zu sehen heute Abend auf 3sat) oder Elfriede Jelineks "Die Kontrakte des Kaufmanns" aus dem Burgtheater Wien. Gleich mit drei Stücken ist das Schauspiel Köln angereist, ebenso kreative Jungautoren, alte Hasen und natürlich viel Prominenz. Gegenwärtiges Thema auf den Bühnen ist natürlich die Wirtschaftskrise und es wird vielerorts gemunkelt, dass die Schauspielhäuser in dieser doch recht verfahrenen Situation wieder zu ihrer ursprünglichen Aufgabe als "moralische Anstalt" zurückfinden - Themen, die die Gesellschaft bewegen, aufgreifen, verarbeiten, kritisieren, anprangern. So ist es auch kaum verwunderlich, dass sich sehr viele der eingeladenen Produktionen mit diesem Thema auseinandersetzen. Wer die begehrten Preise bekommen wird, ist heute Abend ebenfalls auf 3sat zu sehen.

Doch auch internationale Gruppen und Produktionen bekommen Gelegenheit, sich auf der Plattform in Berlin zu präsentieren, eine davon ist das "Nature Theatre of Oklahoma". Diese Truppe verzichtet bewusst auf große Effekte, spannende erfundene Handlungen und fiktive Charaktere - das wahre Leben steht im Vordergrund und die Wirklichkeit soll auf die Bühne gebracht werden. So wunderte sich Kristin Worral, eine Freundin des Regisseurs Pavel Liska nicht schlecht, als sie von ihm einen Anruf auf ihr Handy erhielt und er sie bat "Erzähl mir dein Leben!". Das tat Kristin dann auch, blieb über 16 Stunden an der Strippe und berichtete ihre gesamte durchschnittsbürgerliche Biografie, Pavel zeichnete alles auf. Daraus entstand dann "Life and Times", die erste Folge "Episode 1" wurde auf dem Theatertreffen in Berlin gezeigt. Pavel Liska und seine Regiekollegin Kelly Copper transkribierten die gesamte Erzählung von Kristin Stück für Stück in sangbare Texte - die Authentizität wurde aber dabei gewahrt. Nichts wurde gekürzt, "ums" und "ehms" wurden beibehalten. In "Episode 1" wurden Kristins erste sechs Jahre erzählt, über drei Stunden dauert das. Von "realistischem Musiktheater" ist hier die Rede, mit den Klischees um die gängigen Broadwayshows wird bewusst aufgeräumt. "Episode 2" wird im Burgtheater Wien aufgeführt werden. Eine witzige Idee, über die sich sicherlich streiten lässt. Bewusst wird das Laienhafte, das durchschnittliche in den Vordergrund gerückt, in dem sich das Publikum wieder erkennen soll - Kristins Geschichte weist sicherlich zu jedem mindestens eine Parallele auf. Schon 2008 erhielt die Gruppe in Europa eine Auszeichnung und ist derzeit auf dem Weg nach oben - wir dürfen gespannt sein.

Aktuelle Lektüre: Frank Wedekind: "Lulu"

Sonntag, 2. Mai 2010

Wenn ein Löffelchen voll Zimt...


Eine berühmte und sehr beliebte Kneipenwette in den amerikanischen Staaten ist es, dass es beinahe unmöglich ist, einen Löffel voller Zimt zu essen. Die legendäre "Cinnamon Challenge" hat sogar einen kleinen Artikel auf wikipedia erhalten und schon zahlreiche Wagemutige haben sich daran versucht. Dabei ist diese Wette ein relativ dummer und gefährlicher Versuch. Das Zimt blockiert nämlich die Atemwege und ist so staubig, dass sich diese Partikel überall festsetzen können, erschwerend kommt hinzu, dass sich Zimt nicht in Wasser (Speichel), sondern nur in Fetten und Ölen lösen lässt. Und beim Durchführen der Wette ist es eben auch nicht erlaubt, etwas zu trinken. Ziemlich blöd, wenn dann Hustenanfälle und Brechreiz auftreten, aber wer kotzt, hat ebenfalls verloren. Da es die Amis ja immer gerne besser wissen müssen und sich gerne auf allerlei Schandtaten einlassen, zeugen zahlreiche Clips im Internet von den Versuchen, die Zimtportion zu schlucken. Einfach mal auf yotube "Cinnamon Challenge" eingeben...

Aktuelle Lektüre: Andreas Franz: "Der Jäger"

Samstag, 27. März 2010

Twilight ohne Grenzen

Zufällig bin ich gerade auf einer Reportage auf arte hängen geblieben, Thema: "das Twilight-Fieber". Kreischende Teenies, Warteschlangen vor den Kinos und die Frage aus dem Off, wie sich solch ein Hype denn bloß erklären lässt. Dann zeigt die Kamera eine schockierende Szene - vier Freundinnen stoßen zusammen mit einem Gläschen Sekt an, während der Sprecher im Audiokommentar erklärt, dass sich diese jungen Frauen derzeit jeden Sonntag treffen und nur ein Gesprächsthema kennen: Edward und Bella. Noch kein Grund zur Panik, doch dann wird das Alter der Mädels eingeblendet: 23, 21, 22...oh mein Gott. Und dann sagt doch tatsächlich die 23jährige, sie hätte den Film beim ersten Mal noch gar nicht verstanden und hätte ihn gleich noch mal ansehen müssen, um ihn besser zu begreifen und außderdem wünsche sie sich auch so einen Freund wie Edward. Ja genau, pflichtet ihr die 26jährige (!!) Freundin bei, sie könne die Bücher nicht aus der Hand legen und sei sie mit dem vierten Band durch, müsse sie gleich wieder beim ersten Band anfangen. Wo leben diese vier armen Mädels eigentlich, dass sie einer solchen klischeegefertigten Figur nachschmachten?

Schnitt. Gezeigt wird die Ring Con in Bonn, eine große Fan-Veranstaltung zu Kinohits und berühmten Büchern. Treffen mit Stars, Fotos, Autogrammstunden. 45 €uro kostet der Spaß pro Tag, für die gesamte Veranstaltung werden um die 250 €uro fällig. Die Kamera schwenkt über Massen an (vorrangig) weiblichen Fans, die sich die Beine in den Bauch stehen, um Nebendarsteller aus den "Twilight"-Filmen zu treffen und ihnen Fragen zu stellen, wie "welcher Band von den vier Büchern gefällt dir am Besten?"


Ob es nun an Edwards Verkörperung eines Traummann-Prototyps für junge LeserInnen liegt, der gehörigen Portion an Schmalz, Schmacht und Schnulz oder dem Mix aus High-School-Romanze und Gruselgeschichte liegt - zahlreiche Leute geben ihren Senf dazu und versuchen, teilweise auch aus wissenschaftlicher Perspektive, dieses Phänomen zu erklären. Zeit, abzuschalten. Und zu hoffen, dass die Leute bald mal wieder auf den Boden kommen. Wird aber schwierig, schließlich kommt bald Teil 3 in die Kinos...

Aktuelle Lektüre: Helene Hegemann: "Axolotl Roadkill"

Freitag, 15. Januar 2010

Fernsehen für Doofe

Es ist wieder soweit: Deutschlands bekannteste Castingshow ist mittlerweile in die siebte Runde gestartet und wieder einmal wird mit Glitzer und Feuerwerk zum Staffelfinale ein NoName-Sänger aus der Versenkung gehoben, in welcher er auch eben so schnell wieder verschwinden wird. Macht aber nichts, schließlich gibt es vorher wirklich unheimlich viel zu lachen über diese dummen Menschen, die denken, sie können singen und es ist doch eine wahre Freude, wie schön Onkel Bohlen wieder seine Sprüche reißt und sich nebenher noch eine goldene Nase verdient. Dass das obendrein eine der einfachsten und billigsten Arten ist, eine Fernsehsendung zu erstellen, scheint wohl irgendwie zwischen den Werbeblöcken und Dieters Grinsen in Vergessenheit zu geraten.

Was sitzen da bloß für gewitzte Redakteure, die sich für die schlimmsten Kandidaten noch schöne Einspieler überlegen, wie etwa ein animierter Hammer, der scheinbar den Bildschirm zertrümmert, ein Zähler für ein Wort, das ein Kandidat besonders oft benutzt oder ein kleiner Dieter Bohlen in Engelsgestalt, der um den Kandidaten herumfliegt. Und noch besser ist es natürlich, wenn sich eine Person vor der Kamera verspricht, dann kann man nämlich fünf Mal zurückspulen, um den Fauxpas erneut abzuspielen und hat ganz nebenbei wieder ein paar Minuten Programm drin: "Also am meisten schätz isch am Dieter seine Direktischkeit...seine Direktischkeit...seine Direktischkeit...Direktischkeit...Direktischkeit."

Oder man begleitet besonders hoffnungslose Fälle nach Hause, quetscht sie über ihr Privatleben und ihre intimsten Wünsche aus, um dies dann in der Sendung auszuschlachten. Ob dicke Friseuse in zu hohen High-Heels, Jogginghosenrapper mit null Grips, das blasse Mauerblümchen mit Zahnspange oder der scheinbare Sunnyboy, der noch nicht ganz seinen Stimmbruch überwunden hat - alle kommen sie wieder aus ihren Löchern, um sich vor der Jury von "DSDS" zu behaupten, um sich eventuell einen Traum zu verwirklichen. Und um sich vorführen zu lassen, vor laufender Kamera von Dieter einen Spruch gedrückt zu bekommen und um einem Millionenpublikum gezeigt zu werden, das die hoffnungslosen Fälle gnadenlos verhöhnt. Dem Fass den Boden ausgeschlagen hat eindeutig ein Kandidat, der sich wohl entweder nicht rechtzeitig aufs Klo begeben hat oder nicht gescheit abgeschüttelt hat...peinlich, peinlich, für die Jury aber ein gefundenes Fressen und er wird somit als "Pipi-Kandidat" in die DSDS-Geschichte eingehen. Ein moderner und vollkommen durchdachter Freak-Zirkus, ein Sammelsurium an Kuriositäten, an denen man sich ergötzen kann. Ist doch schließlich wahnsinnig unterhaltsam, oder, wie dumm die doch sind, wie hässlich die aussehen und wie scheiße die doch singen. Haha, ja, mach sie fertig, Dieter! Du bekommst die gewünschten Quoten und damit die Garantie für eine weitere Staffel.

Dass Kandidaten, die zum Casting wollen, angeblich 40 € zahlen müssen, um erst einmal vor die Jury gelassen zu werden oder dass Pop-Mogul Bohlen einige seiner Sprüche erst nach dem eigentlichen Casting aufsagt und diese dann passend ins Programm geschnitten werden, vergisst man da leicht. Die gleiche Mache gibt es in grün bei "Bauer sucht Frau" und ähnliche Formaten. Oh mann, du armes deutsches Fernsehen, wo soll das noch mal enden...wo sind sie denn geblieben, die schönen Vorabendserien wie "Berlin, Berlin", "die Hagenbecks", "eine Familie zum Knutschen"...lesenswert dazu auch der SPIEGEL-Artikel "RTL sucht den Superdeppen."

Aktuelle Lektüre: Andreas Franz: "Der Finger Gottes"

Dienstag, 22. Dezember 2009

Kalauer mit Lametta

Treffen sich zwei Rosinen. Fragt die eine die andere: "Warum trägst du denn einen Stahlhelm?" - Sagt die andere Rosine: "Ich geh doch gleich in den Stollen..."

Treffen sich zwei Gänse. Fragt die eine die andere: "Glaubst du an ein Leben nach Weihnachten?"

Zwei Lebkuchen wollen über die Straße laufen. Der eine geht los und wird platt gefahren. Der andere bricht weinend am Straßenrand zusammen und brüllt: "Leeeb, Kuchen!!"

Unterhalten sich zwei Freunde: "Ich weiß jetzt, was ich meiner Frau zu Weihnachten schenke, nämlich einen Lippenstift!" Meint der andere: "Das ist praktisch, nach und nach kriegst du ihn wieder."

Fragt Fritz den Nikolaus: "Du, musst du dein Gesicht eigentlich auch waschen oder nur kämmen?"


Aktuelle Lektüre: Mathias Malzieu: "La Méchanique du Coeur"

Montag, 2. November 2009

Nutella mal anders


Schon gewusst? Das Nutella in Deutschland und das Nutella in Frankreich unterscheiden sich voneinander und schmecken sogar leicht verschieden. Die ewige Diskussion, ob man jetzt "der" Nutella sagt, oder "das" Nutella, das sei mal dahingestellt. Hier in Frankreich hat man sich übrigens auf "la" Nutella geeinigt, schließlich muss auf sprachlicher Ebene alles seine Ordnung haben. Aber zurück zum Thema. Während in Deutschland das Nutella sehr streichfest ist (man könnte in Messer hineinstecken und es würde nicht umfallen) und es deshalb zu einer der Todsünden gehört, es in den Kühlschrank zu stellen, da es sonst steinhart ist, ist das Nutella in Frankreich unglaublich cremig und weich. Nutella Deutschland weist mehr Kakaogehalt auf, während Nutella Frankreich ein bisschen mehr Milch und Schokobutter enthält. Nutella Frankreich gleicht wirklich einer Creme und tropft sogar vom Messer. Warum nur dieser große Unterschied? Der erklärt sich ziemlich leicht: würde man ein deutsches Nutella auf ein französisches Stück Brot streichen, würde man das Baguettestückchen wohl in kleine Stücke zerreißen, denn bekanntlicherweise ist das französische Weißbrot unglaublich weich. Da muss eben ein weicheres Nutella her! Und, ehrlich gesagt, besser schmecken tut es auch ein bisschen, wenn auch nur minimal...

Aktuelle Lektüre: George Sand: "La Mare au Diable"

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Die Pianotreppe

Wer regelmäßig Fernsehen schaut, kann sicherlich bestätigen, dass die Firma Volkswagen sehr gerne auf kreative Werbespots setzt und immer wieder durch lustige Ideen zu begeistern weiß. Das zeigt auch ein neuer Volkswagen-Werbespot aus Schweden. Getestet wurde, ob man Leute davon abbringen kann, statt der Rolltreppe die normale Treppe zu benutzen, wenn man ein wenig Innovation in die Treppe steckt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen:



Aktuelle Lektüre: Fridolin Schley: "Wildes schönes Tier"

Dienstag, 13. Oktober 2009

Der Herr der Fliegen

Tote Fliegen verschwinden meistens sehr schnell im Staubsauger, in einem Stück Kleenex oder sie werden mithilfe von Schaufel und Besen schnell aus dem Haus befördert. Nicht so dieser kreative Künstler, der mit ein paar kleinen toten Mücken, lustigen Ideen und einem Bleistift herrlich skurrile Szenen entwirft - ist einfach köstlich.

Mehr von diesen witzigen Bildchen gibt es hier zu sehen. Wir freuen uns auf noch mehr witzige Ideen.

Aktuelle Lektüre: Fridolin Schley: "Wildes schönes Tier"

Dienstag, 15. September 2009

Fernsehen mit Ehrensenf

Schon mal von "Ehrensenf" gehört? Nein? Dann sollte man das schleunigst ändern, denn man kann "Ehrensenf" nicht verpassen, man kann nur noch nicht dazu gekommen sein, es gesehen zu haben. Hinter dem Namen verbirgt sich eine Fernsehserie aus dem Internet, die jeden Tag in etwa vier Minuten mal bissig, mal humorvoll, mal sarkastisch, mal galant und auf jeden Fall immer unterhaltsam Kurioses, Wissenswertes, Interessantes und Schockierendes aus der Welt der Nachrichten und des Internets verbreitet. Die Sendung hat das amerikanische Format "Rocketboom" als Vorbild und hat schon einige kleine Preise eingeräumt. Vorbeiklicken lohnt sich auf jeden Fall...und "Ehrensenf" wandert der Ehre wegen auch schon mal nach rechts in meine Linkliste...

Aktuelle Lektüre: Stieg Larsson: "Vergebung"


Dienstag, 24. März 2009

Liger


Schon gewusst? Es gibt wirklich eine Kreuzung aus Löwe und Tiger. Den Liger eben. Ist kein Witz. Selbstverständlich entstehen die nicht in freier Wildbahn, weil sich die Lebensräume von den beiden Tierarten nicht decken, aber in Gefangenschaft, wie in Zoos oder in Zirkussen, kommt das schon einmal vor. Die sehen dann eben aus wie eine Mischung aus beidem. Man lernt nie aus, oder?

Aktuelle Lektüre: Vikas Swarup: "Rupien! Rupien!"

Kissenschlacht auf Würzburger Marktplatz

Huch, wir haben schon wieder Mittwoch. Irgendwie ist im Moment kaum Zeit zu schreiben, Hausarbeiten und Stunden vorbereiten halten ausreichend auf Trab. Der Frühling lässt anscheinend immer noch auf sich warten oder er hat beschlossen, dieses Jahr Urlaub zu machen. Jedenfalls ist es immer noch schweinekalt, der Wind kann sich auch nicht ganz entscheiden, aus welcher Richtung er denn nun kommen soll und Regen (und Gewitter) gibt es derzeit ja en masse. Dass aufgrund des Wetters schon einige Menschen durchdrehen kann man in der Presse nachlesen: so versammelten sich gestern auf dem Marktplatz in Würzburg spontan etwa 30 Menschen zu einer Kissenschlacht. Verrückt. Grund dieser Aktion war ein so genannter "Flashmob", eine spontane, meist über Internet geplante Sache, bei der die Leute, die mitmachen, plötzlich irgendwo auftauchen, etwas witziges machen und anschließend wieder verschwinden. Nun ja, wer's braucht...wir brauchen jedenfalls mehr Sonne!

Aktuelle Lektüre: Vikas Swarup: "Rupien! Rupien!" (das Buch zu "Slumdog Millionaire")

Dienstag, 10. März 2009

Heul nicht, lauf!

Gerade läuft auf Pro Sieben die schon wochenlang angekündigte Action-"Spaß"-Game-Show "Wipeout! - Heul nicht, lauf!", in der sich ein Team von Kandidaten in alter und beliebter Manier auf verrückte Hindernisläufe mit riesigen Walzen, Glitschwürsten, Springbällen oder Wasserrutschen begeben muss. Das bunte und verrückte Showkonzept erinnert stark an die früher stets beliebte Actionshow "Takeshi's Castle-" oder "Die 100.000 Mark Show" und machte wirklich neugierig ob eines eventuellen Revivals dieses doch recht witzigen Formats.

Leider liefert Pro Sieben mal wieder einen absolut platten und durch unnötige Animationen versauten Abklatsch, der sich vor allem ein Ziel gesetzt hat - sich möglichst oft hintereinander im Zeitlupenformat über purzelnde und taumelnde Kandidaten lustig machen. Das konnte man zwar auch schon bei "Takeshi's Castle" - was es damals aber noch nicht gab, war dieses nervige Kommentatorenpaar, die jetzt wirklich nicht einmal Bilder für sich sprechen lassen können, sondern alles kaputt reden, mit Sprüchen à la "wenn die Bandscheiben jodeln, ist es mal wieder Zeit für Wipeout!" oder "Für die Germanistikstudenten ist ja das Flatratesaufen immer sehr teuer, aber jetzt können sie ihr BaFöG aufstocken, mit 10.000 Euro!!". Störend ist auch noch ein gelber Stift, der den Kandidaten in den Replay-Einstellungen oder den Standbildern kleine "Gags" hinkritzelt, sei es eine Briefmarke auf die heraushängende Zunge oder ein kleines Baströckchen. Die Hindernisse sind auch nicht annähernd zu bewältigen, sondern eher so konzipiert, dass man sich auf jeden Fall auf die Schnauze legt. Möglichst oft, aus möglichst vielen Perspektiven müssen die Stürze gefilmt werden, es soll am besten noch wehtun und mit den Kandidaten kann man eigentlich auch kein Mitleid haben, so sehr, wie die sich zum Deppen machen. Schade, hätte auch ganz witzig werden können. Naja, wenigstens die Zuschauer, für die die BILD eine gute Tageszeitung ist und die Dieter Bohlen für den beliebtesten Deutschen halten, ist "Wipeout" der neue Renner. Deutschland, wo gehst du hin...

Aktuelle Lektüre: Muriel Barbery: "Die Eleganz des Igels"

Donnerstag, 19. Februar 2009

Stampferei

Unglaublich, wie krass immer alle trampeln müssen, die sich durch die Bibliothek bewegen. Seltsamerweise ist hier alles mit einem braunen (vielleicht hatte er ja früher mal eine andere Farbe) Teppich ausgelegt, aber es gibt immer noch Leute, die es schaffen so ungemein laut zu gehen wie es nur geht. Dem Geräusch nach müssten sie eigentlich bei jedem Schritt die Hacke in den Boden rammen und da, wo sie gelaufen sind, kleine Kerben hinterlassen oder wenigstens pfenniggroße Löcher, aber selbst bei den weiblichen Studenten, die das besonders laut können, ist keine Spur zu sehen. Wahrscheinlich wollen die nur auf sich aufmerksam machen, oder so. Jedenfalls nervt es. Wenigstens ein bisschen weniger Lautstärke und alle wären glücklich...

Aktuelle Lektüre: Benedict Wells: "Becks letzter Sommer".

Noch 7 Tage bis zur Premiere von "Außer Kontrolle". (heut in einer Woche gehts los!!!)

Donnerstag, 12. Februar 2009

Schneegestöber und fiese Sprüche

Hui, das Wetter kann sich wieder einmal nicht entscheiden. Heute kann es regnen, stürmen oder schnein, das Wetter weiß es selbst nicht ja, nein, Sonnenschein...? Jedenfalls bin ich gerade von meinem Bewerbungsgespräch heimgekehrt und verkrümele mich jetzt mit Schokolade und Tee aufs Bett und surfe im Netz. Ja, hurra, wir haben jetzt im Wohnheim Internet, was bloggen, Emails abrufen oder sich für Kurse anmelden um einiges leichter macht. Mal schauen, wie hoch der Ablenkungsfaktor noch wird...im Moment steht er jedenfalls ziemlich hoch.

Bei meinen Recherchen für meine Hausarbeit zum Thema "Aktuelle Kinder- & Jugendliteratur im Unterricht" bin ich in einem Buch auf eine sehr witzige Stelle gestoßen, wo es um die Vorlieben der Jugendlichen geht, also um das, was sie gerne lesen. Dabei wird erwähnt, dass sie auch gerne Makaberes oder Gruseliges lesen und als Beispiel wurde ein Buch angeführt, in dem die "Alle...nur nicht..." - Sprüche aufgeführt werden. Das hat gleich mal dazu verleitet, sich im Internet ein wenig schlau zu machen, denn wer kennt sie nicht, diese witzigen Sätzchen. Interessant wäre es einmal, zu wissen, wo die überhaupt herkommen und ob es für sie eine bestimmte Bezeichnung gibt. Im Anschluss also ein kleines Best of:

  • Alle Kinder hören den Schuss, nur nicht Walter, dem galt er.
  • Alle Kinder tanzen um den Galgen, nur nicht Sieglinde, die schaukelt im Winde.
  • Alle Kinder warten auf den Zug, nur nicht Sabine, die liegt auf der Schiene.
  • Alle Kinder angeln nach dem weißen Hai, nur nicht Schröder, der ist der Köder.
  • Alle Kinder streicheln den Hund, nur nicht Paul, der steckt im Maul.
  • Alle Kinder spielen mit dem Seil, nur nicht Inge, die hängt in der Schlinge.
  • Alle Kinder drehen an der Bohrmaschine, nur nicht Grit, die dreht sich mit.
  • Alle Mädchen haben Busen, nur nicht Ellen, die hat Dellen.
  • Alle Kinder springen über die Schlucht, nur nicht Peter, dem fehlt ein Meter.
  • Alle pissen in die Rinne, nur nicht Berni, der liegt drinne.
Noch 14 Tage bis zur Premiere von "Außer Kontrolle".

Aktuelle Lektüre: Benedict Wells: "Becks letzter Sommer"


Sonntag, 8. Februar 2009

Endlich Ferien

Endlich sind Ferien. Hurra. Naja. So richtig Ferien sind noch nicht. Die Klausuren waren dieses Mal relativ blöd, es bleibt auch kaum Zeit, mal durchzuatmen denn schon ab morgen geht es munter in die Woche mit einem Tutorium zur Vorbereitung auf die Zwischenprüfung und am Donnerstag wartet das Bewerbungsgespräch für den Frankreichaustausch. Und vom Donnerstag an sind es dann nur noch zwei Wochen und schon startet "Außer Kontrolle" am chambinzky-Theater in die Premiere. Dementsprechend anstrengend werden die nächsten beiden Wochenenden, was die Proben angeht, nebenbei müssen auch noch drei Hausarbeiten geschrieben werden. Grmpf.

Andere Leute haben wohl anscheinend zu viel Zeit. Ich war heute Mittag um 13 Uhr hier kurz in der Bib und bin jetzt noch einmal kurz hereingeschneit, um einige Signaturen herauszusuchen. Schon vorhin trollte sich eine Gruppe Jungs von PC zu PC und starrte ihren Kumpels über die Schulter, es gibt wohl ein Online-Spiel, bei dem man Skispringen muss und es kommt natürlich darauf an, wie weit man sein Männchen springen lässt. Es ist wirklich unglaublich, aber die gleichen Typen sind jetzt auch noch da und lärmen gelegentlich durch lautes Klatschen in die Hände, wenn wieder einmal der Weitsprungrekord überboten wurde oder hauen mit der flachen Hand auf die Tischplatte, wenn es mal nicht so gut läuft. Das ist ja echt wie im Kindergarten...

Noch 18 Tage bis zur Premiere von "Außer Kontrolle".

Aktuelle Lektüre: Benedict Wells: "Becks letzter Sommer" (Herr Ritter, es ist klasse!!)